Eine Bitte an Heinrich Heine:

die nachricht

lieber heinrich heine!
. . . und wenn es wahr ist
und du noch wie wir im exil,
so schreib doch bitte, zu guter letzt
ein kleines lied von uns,
im einundzwanzigsten jahrhundert,
wir völker, die vom kriege
westwärts auf der flucht . . .

du wirst es nicht bedauern,
das will ich dir beteuern . . .
viel zeit gewährt mir nicht,
das sinkend floß im sturm . . .
für diese letzte flaschenpost . . .
aus meinem tagebuch lass dir berichten:

". . . im kaltnacht der orangenblüten
flüchteten wir durch
unwegsamen wüsten, durstend
nach salzigen
und stürmischen gewässern,
die uns in ihren dunklen tiefen zogen . . .
und unsere kinder die wir in den fluten trugen
konnten wir nicht stillen . . .
leblos leise strandeten die körper
lieblos abgestoßen von der freiheit
an den ufern . . . ferner länder . . ."