Endspiel in Palästina?

Seit dem Ende des 1. Weltkriegs steht die Palästina-Frage auf der politischen Agenda nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in der internationalen Politik. Durch das Jahrhundert hindurch hat sie zahllose Wendungen erfahren: von offenen Kriegen über terroristische Schläge  und Friedenspläne und road maps bis zu tatsächlichen Friedensschlüssen. Von extremistischen Positionen auf der arabischen wie der israelischen Seite abgesehen bestand ein Konsens, dass die Ansprüche der jüdisch-zionistischen und palästinensisch-nationalistischen Bewegungen auf das Land zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan nur durch die Gründung zweier Nationalstaaten würden gelöst werden können. In diesem Sinn sprach man von einer „gerechten Lösung“. Bis heute ist eine solche aber nicht in Sicht; ein seit seiner Gründung 1948 über seine Grenzen hinauswachsender jüdischer Staat ist das einzige staatliche Gebilde auf dem Boden Palästinas geblieben.

Hat das Prinzip der „Gerechtigkeit“ keine Geltung mehr? Oder welche Kräfte waren wirksam, dass sich Israel unter den Bedingungen der Besatzung Land zu eigen machen und besiedeln konnte, das nach den übereinstimmenden Floskeln der internationalen Diplomatie territorialer Bestand des Staates Palästina werden sollte? „Dies ist ein weites Feld“, wird man sagen; aber Tatsache ist, dass die internationale Gemeinschaft dem völkerrechtswidrigen Tun den Rücken gekehrt hat. Dies solange bis ein Geschäftsmann Präsident der USA wurde, der das Problem zu lösen entschlossen war, indem er über einen deal die geschaffenen Fakten anerkannte: Israel ist dort, wo auch die letzte jüdische Siedlung noch besteht; der Rest palästinensischen Bodens wird zu einem Bantustan, das mit Geld abgespeist wird – Geld auch aus arabischen Quellen.

Und diese zu finden, war nicht allzu schwierig. Als die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain 2020 diplomatische Beziehungen mit Israel aufnahmen und damit das Faktum völkerrechtlich illegaler Landnahme hinnahmen, geschah das nicht aus einer neu erwachten Sympathie für den jüdischen Staat oder einer alten Abneigung gegen die Palästinenser heraus. Es geschah aus Mangel an Alternativen. Der Umbruch, der 2011 im arabischen Nahen Osten eingesetzt hat, ist den Reichen am Golf in die Glieder gefahren. Zwar konnte der offene Brand erst einmal erstickt werden; aber die Glut glimmt weiter. Angesichts des Fehlens an Legitimation im Inneren – am Beispiel Saudi-Arabiens könnte dies besonders eindrücklich gezeigt werden – suchen sie durch äußere Einmischung Rechtfertigung ihrer Herrschaft. Zwischen dem Jemen, Syrien, dem Irak, dem Libanon und Libyen gibt es fast keinen Ort, an dem nicht arabische Hände vom Golf mitmischen. Da ist auch ein neues Feindbild zur Hand: Iran. Der schiitische Staat wird der Popanz, gegen den sich alle verbünden. Nicht aus religiösen Gründen, sondern aus machtpolitischem Kalkül. Tatsächlich strebt Iran den Status einer Vormacht in der Region an, solange in Washington vom Regimechange gesprochen, Verträge – wie das Atomabkommen – willkürlich gebrochen und vernichtende Wirtschaftssanktionen verhängt werden.

Angesichts ihrer Schwäche bleibt den Golfstaaten nur eine Option: sich unter dem Schutzschirm zu versammeln, den Donald Trump ihnen aufzuspannen verspricht. Das hat natürlich seinen Preis: eben sich hinter dessen deal in Sachen Palästina zu stellen. Von gestern ist das im „Abdallah-Plan“ (2002) gegebene Versprechen, die Existenz Israels erst als Gegenzug für ein israelisch-palästinensisches Abkommen anzuerkennen, das diesen Namen verdient.

Auch für den israelischen Ministerpräsidenten, der Anklage wegen Korruption und wachsendem sozialem Druck entgegensehend, ist der deal mit den Beteiligten der letzte Strohhalm, politisch zu überleben.

Ein solcher aber kann nicht das Ende eines Konflikts zwischen Völkern sein, in dem es um Gerechtigkeit geht. Die Palästina-Frage bleibt also offen; offen bleibt auch das Schicksal der dealer. Sie sind Spieler in einer Partie die „Endspiel“ heißt – fin de partie.          
  
                

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Quelle: https://www.rosalux.org.il/ungleichheit-israel/

Wem gehört das Land? Landbesitz und Ungleichheit in Israel

Wie kam es dazu, dass heute der israelische Staat über etwa 93 Prozent des Grundbesitzes verfügt, während im Jahr 1948 nur circa 7 Prozent des Lands in jüdischem Besitz waren? Welche Rolle spielt dabei der Jüdische Nationalfonds? Wie werden die aus der Landnahme gewonnenen Ressourcen verteilt?

Gadi Algazi

Vor der Staatsgründung im Jahr 1948 waren circa 7 Prozent des Territoriums, das zum israelischen Staatsgebiet wurde, in jüdischem Besitz, während mehr als 80 Prozent davon Palästinenser*innen gehörte. Heute besitzen die palästinensischen Staatsbürger*innen innerhalb der international anerkannten Grenzen Israels weniger als 4 Prozent des Landes, während der israelische Staat über ungefähr 93 Prozent des Landes verfügt. Das meiste davon ist Staatseigentum, während der Rest dem Jüdischen Nationalfonds gehört. Diese 93 Prozent werden von der israelischen Landbehörde verwaltet. Ohne diese grundlegenden Fakten zu kennen, ist es unmöglich, die strukturelle Ungleichheit in der Gesellschaft Israels, vor allem zwischen jüdischen und palästinensischen Staatsbürger*innen, zu verstehen. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Verteilung von Ressourcen und Wohlstand, auf den Zugang zu Wohnraum und Entwicklungschancen und auch auf jede zukünftige Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Ausgangspunkt sind notwendigerweise der Krieg von 1948 und seine Folgen, und vor allem die Tatsache, dass ein Großteil der Palästinenser*innen zu Flüchtlingen wurde. Allerdings kann die unverzichtbare Debatte über den Verlauf des Krieges, über die begangenen Kriegsverbrechen sowie die Vertreibung und die Verhinderung der Rückkehr der Vertriebenen und Geflüchteten dazu führen, dass eine andere grundlegende Tatsache übersehen wird: Der Krieg selbst verursachte keine Umverteilung des Grundbesitzes. Weder die geflüchteten Palästinenser*innen noch die, die im israelischen Staatsgebiet nach 1948 blieben und zu Staatsbürger*innen wurden, haben infolge des Krieges ihr Grundeigentum verloren. Wenn der Krieg an sich die Landressourcen nicht umverteilt hat, wie ist es dazu gekommen?

Die prägenden Jahre: 1947 bis 1953

Die wichtigsten Schritte, die die Situation noch heute bestimmen, wurden in den ersten fünf Jahren von israelischer Seite vollzogen. Schon während des Krieges kam es zu einer Übernahme von Land, das Palästinenser*innen gehörte, durch jüdische landwirtschaftliche Siedlungen, zumeist Kibbuzim. Mitunter wollten Kibbuzim nur wenige Wochen nach der Flucht oder Vertreibung ihrer arabischen Nachbar*innen deren Grund und Boden erhalten. Einige wandten sich direkt an die Behörden oder an ihnen nahestehende Politiker*innen, um das «frei gewordene» Land zu bekommen, andere haben einfach angefangen, es zu bearbeiten, ohne auf eine offizielle Erlaubnis zu warten. Die Folgen waren gravierend: Die Übernahme des Lands schuf Fakten. Auf lokaler Ebene hatten nun diverse Akteure ein unmittelbares materielles Interesse daran, die Rückkehr ihrer arabischen Nachbar*innen zu verhindern.

Diese nicht zentral organisierte Aneignung ging zunächst mit Ad-hoc-Regelungen, danach mit systematischen staatlichen Verordnungen einher, die hier nicht im Detail erläutert werden können. Wichtig ist, dass diese zur Verabschiedung von zwei zentralen Gesetzen führten, deren Auswirkungen bis heute die Realität prägen: zum einen das «Gesetz über das Eigentum von Abwesenden» (1950), das es dem Staat ermöglichte, sich des Landes von palästinensischen Geflüchteten zu ermächtigen; zum andern das «Gesetz über den Erwerb von Land» (1953), das die Übernahme von einem wesentlichen Teil des Landbesitzes der im israelischen Staatsgebiet verbliebenen Palästinenser*innen legalisierte.

Israelische Soldaten pflanzen Bäume in al-Araqib, bei einem Einsatz für den JNF (jüdischen Nationalfonds), Negev, Israel, 2010. Foto: Activestills

Israelische Soldaten pflanzen Bäume in al-Araqib, bei einem Einsatz für den JNF (jüdischen Nationalfonds), Negev, Israel, 2010. Foto: Activestills

Das «Gesetz über das Eigentum von Abwesenden» (1950)

Das Wort «arabisch» wird in dem «Gesetz über das Eigentum von Abwesenden» nicht erwähnt, aber es besteht kein Zweifel, was gemeint ist. Mit dem Gesetz brachte der Staat sowohl das Land der «Abwesenden» – das heißt, von palästinensischen Flüchtlingen, die sich außerhalb Israels befanden und nicht zurückkehren durften – an sich als auch die Ländereien und die Häuser von Palästinenser*innen, die während des Krieges aus ihren Ortschaften geflüchtet oder vertrieben worden waren, aber innerhalb dessen, was israelisches Staatsgebiet wurde, geblieben sind und allmählich auch die Staatsbürgerschaft erhalten haben. Sie wurden als «anwesende Abwesende» (present absentees) betrachtet. Im Jahr 1950 gehörte fast ein Drittel der in Israel lebenden Palästinenser*innen zu dieser Kategorie.

Laut Gesetz ging das so konfiszierte Land in die Verwaltung der staatlichen Treuhand über, aber die wichtigsten Teile dieses Landes blieben nicht lange bei der Treuhand. Denn der Staat befürchtete, dass, solange sich dieses Land unmittelbar in seinen Händen befand, er legitimen internationalen Forderungen ausgesetzt sein könnte, die Rechte der palästinensischen Eigentümer*innen zu wahren, sei es der im Ausland befindlichen Geflüchteten oder der Binnenvertriebenen. Und so verkaufte der Staat im Januar 1949 und im Oktober 1950 in zwei zwischen David Ben-Gurion und den Vorsitzenden des Jüdischen Nationalfonds ausgehandelten Transaktionen jeweils 1.000 Quadratkilometer palästinensischen Landes, das dem Staat bzw. der Treuhand gar nicht gehörte, an den Jüdischen Nationalfonds. Insgesamt waren das fast 10 Prozent des gesamten israelischen Staatsgebiets, was ungefähr der Gesamtfläche der Bundesländer Berlin, Hamburg und Bremen entspricht. Es stellte sich allerdings heraus, dass die zweite Transaktion die Kapazitäten des Jüdischen Nationalfonds überstieg, und so musste er 1962 einen Teil dieses Lands an den Staat zurückgeben. Dennoch war sein Zugewinn beachtlich: Während der Fonds 1948 fast 1.000 Quadratkilometer besaß, waren es im Jahr 1964 bereits 2.600 Quadratkilometer oft hochwertigen Lands oder anders ausgedrückt: 12,5 Prozent des israelischen Staatsgebiets (eine Fläche, die etwas größer als das Gebiet des Saarlands ist).

Die beiden großen Transaktionen 1949 und 1950 brachten zwei wesentliche Vorteile mit sich: Zum einen erlaubten sie dem Staat, sich der unmittelbaren Verantwortung als Eigentümer zu entledigen. Zum andern durfte der Jüdische Nationalfonds, der gegründet worden war, um die Ansiedlung von Juden zu unterstützen, gemäß seiner Satzung Land an nicht-jüdische Menschen weder verkaufen noch verpachten. Die Arbeitsteilung mit dem Jüdischen Nationalfonds ermöglichte es, Diskriminierung langfristig zu institutionalisieren, ohne den Staat direkt darin zu verwickeln.

Später wurde das «Gesetz über das Eigentum von Abwesenden» noch ergänzt: Auch der Landbesitz des islamischen Waqfs – Stiftungen, die sowohl religiösen als auch allgemeinen sozialen Zwecken dienten – ging in die staatliche Treuhand über. Nach dem Krieg von 1967 wurde das Gesetz sogar auf die neu besetzten Gebiete ausgeweitet. So konnte der Staat etwa palästinensische Einwohner*innen Ost-Jerusalems, die während des Kriegs geflüchtet und am Tag der Annektierung Ost-Jerusalems nicht in der Stadt waren, ebenfalls zu «Abwesenden» im Sinne des Gesetzes erklären und somit ihren Besitz konfiszieren.

Das «Gesetz über den Erwerb von Land» (1953)

Zurück zu den prägenden Jahren: Nach dem Krieg von 1948 verlangten palästinensische Staatsbürger*innen vom Staat immer wieder die Rückgabe ihres Landes, das in der Zwischenzeit anderen, meist Kibbuzim und Moschawim, zugeteilt worden war. Der Staat ergriff eine Reihe von Maßnahmen, um palästinensischen Bäuerinnen und Bauern den Zugang zu ihrem Land zu verwehren: Er schränkte ihre persönliche Bewegungsfreiheit durch eine Militärregierung ein; er benutzte die Notstandsverordnungen, die er vom britischen Empire übernommen hatte, um landwirtschaftliche Flächen zu «geschlossenen Militärzonen» zu erklären; darüber hinaus errichtete er eine «Sicherheitszone» entlang der Staatsgrenzen, die arabische Staatsbürger*innen Israels nicht betreten durften. Doch die faktische Verhinderung des Zugangs arabischer Bauern und Bäuerinnen zu ihrem eigenen Land reichte nicht aus: Angesichts ihrer Proteste und Gesuche musste der Prozess der Enteignung geregelt und ihr Land unter staatliche Kontrolle gebracht werden.

Das «Gesetz über den Erwerb von Land» (1953) löste dieses Problem, indem es die Übernahme arabischen Lands durch jüdische Ansiedlungen rückwirkend legalisierte und zugleich dem Staat erlaubte, den Prozess der Enteignung zumindest vorübergehend abzuschließen. Das Gesetz ermächtigte das Finanzministerium, Land, das am 1. April 1952 nicht im Besitz seiner Eigentümer*innen war, für «Entwicklungs-, Siedlungs- oder Sicherheitszwecke» zu enteignen. Die Definition der legitimen Enteignungszwecke war derart weit gefasst, dass es kaum möglich war, die Expropriationen vor Gericht anzufechten. Dem Gesetz zufolge mussten die Eigentümer*innen über die Konfiszierung ihres Lands noch nicht einmal informiert werden. So wurde eine faktisch bestehende illegitime Situation retroaktiv legitimiert: Dass arabischen Menschen der Zugang zu ihrem Land – sei es durch Notstandsverordnungen, organisierte Vertreibung oder lokale Gewalttätigkeiten – verwehrt wurde, ermöglichte es, sie nun rechtskräftig zu enteignen. Zudem wurde auf diese Weise Landbesitz nicht nur rückwirkend, sondern auch zwecks künftiger Ansiedlung «erworben». Dieses extreme Gesetz galt nur für ein Jahr. Von daher beeilten sich die israelischen Behörden, kurz vor seinem Ablauf Hunderte Quadratkilometer Land zu enteignen, manchmal innerhalb weniger Tage. In der Regel wurde arabische Eigentümer*innen etwas Geld als Kompensation angeboten, aber kein Land. Manchen wurde das enteignete Land palästinensischer Flüchtlinge als Teilkompensation angeboten, aber sie weigerten sich meist hartnäckig, dies anzunehmen, um der Enteignung keine Legitimität zu verleihen.

Das Dorf Dschalama und der Kibbuz Lehawot Hawiwa

Der ganze Prozess lässt sich am Beispiel der Geschichte des kleinen arabischen Dorfs Dschalama gut veranschaulichen. Eine aktive Teilnahme der Dorfbewohner*innen an dem Krieg von 1948 ist nicht dokumentiert. Nach Kriegsende wurden sie israelische Staatsbürger*innen, gemäß dem zwischen Israel und Jordanien unterzeichneten Waffenstillstandsabkommen, in dessen Folge das Gebiet in der Mitte des Landes, in dem sie wohnten, an Israel übergegangen war. Obwohl Israel sich verpflichtet hatte, die Rechte der arabischen Bevölkerung in dem annektierten Gebiet zu wahren, beeilte es sich, viele von ihnen zu «Abwesenden» zu erklären, obwohl sie zum Zeitpunkt der Staatsgründung gar nicht innerhalb des Staatsgebiets sein konnten. Als (anwesende) «Abwesende» verloren sie ihr Eigentum, insbesondere an ihrem Land; das israelische Oberste Gericht bestätigte die Rechtmäßigkeit der Enteignung. Zudem ließen die israelischen Behörden Dutzende kleiner palästinensischer Ortschaften in dem neu hinzugekommenen Gebiet abreißen und deren Bewohner*innen vertreiben. Im März 1950 wurden auch die Bewohner*innen des Dorfes von Dschalama von der israelischen Armee vertrieben. Der Kibbuz Lehawot Hawiwa, der zur linken zionistischen Bewegung HaSchomer HaTsa’ir gehört, erhielt ihr Land und ihre Häuser.

Die Bewohner*innen von Dschalama reichten dagegen Klage beim Obersten Gericht in Israel ein. Es war einer der seltenen Fälle, in denen das Gericht der Forderung arabischer Staatsbürger*innen nach Rückgabe ihres Landes stattgab. Aber der Kibbuz und die staatlichen Behörden bedienten sich verschiedener Taktiken, um den Vollzug des Gerichtsurteils zu verzögern. Während die Dorfbewohner*innen auf die Rückgabe warteten, nutzte der Finanzminister das «Gesetz über den Erwerb von Land», um ihr Land offiziell zu enteignen. Die Mitglieder des Kibbuz unternahmen ihrerseits Schritte, um sicherzustellen, dass die palästinensischen Bewohner*innen das ihnen zugesprochene Recht nicht einlösen konnten: Am 11. August 1953 sprengten sie deren Häuser und fällten deren Obstbäume.

Der aus Dschalama vertriebene Haj Mahmud al-Nadaf schrieb damals an den Vorsitzenden der Knesset: «Leben wir in einem Staat oder unter der Herrschaft einer Verbrecherbande? Unter Eurer ungerechten Herrschaft sind wir des Lebens müde geworden! Ich bin 80 Jahre alt und habe noch nie eine solche Ungerechtigkeit gesehen. Zahlt mir, was mir gebührt, und ich werde das Land verlassen, oder tötet mich und ich werde meine Ruhe finden.»

Die Dorfbewohner*innen reichten erneut Klage beim Obersten Gericht ein. Sie verwiesen darauf, dass die staatlichen Behörden das «Gesetz über den Erwerb von Land» missbraucht hatten, um die gerichtlich angeordnete Rückgabe ihres Lands zu vereiteln. Das Oberste Gericht räumte ein, dass die Bestimmungen dieses Gesetzes zwar «harsch» seien, hob aber die Enteignung nicht auf.

In den Jahren danach setzten die staatlichen Behörden die Menschen unter Druck, den auf dem «Gesetz über den Erwerb von Land» beruhenden Enteignungen ihres Landes rückwirkend zuzustimmen und niedrige Entschädigungszahlungen zu akzeptieren. Denjenigen, die dazu nicht bereit waren, wie zum Beispiel Abdallah Mahmud al-Nadaf aus Dschalama, erfuhren diverse Schikanen, die die Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, einschränkten. So drohte der Militärgouverneur ihm noch im Jahr 1958 damit, dass ihm im Nachbardorf Dschat, wo er inzwischen wohnte, keinerlei Land verpachtet würde.

Ungleichheit bei der Verteilung der Landressourcen

Seitdem ist es wiederholt zu massiven Enteignungen von Grund und Boden gekommen: zu Beginn der 1960er Jahre und Mitte der 1970er Jahre in Galiläa und aktuell versucht die israelische Regierung, das ganze Land im Negev an sich zu bringen. Die Grundzüge des Systems, nach dem Land und Wasserressourcen in Israel aufgeteilt werden, haben sich seit den ersten Jahren nach der Staatsgründung kaum verändert. Selbstverständlich wurde die Beute nicht gleichmäßig unter der jüdischen Bevölkerung verteilt. Wie in anderen Kolonialsystemen auch bedeutete die Anhäufung solch riesiger Ressourcen die Konzentration enormer Macht in den Händen derjenigen, die sie verteilen können. Landnutzungsrechte wurden primär als Gegenleistung für politische Loyalität und entsprechend der Nähe zu den Machtzentren gewährt. Die Klassenstrukturen und die Verteilung des Reichtums in der israelischen Gesellschaft sind nicht allein das Ergebnis des Marktes. Die staatliche Politik spielte dabei eine außerordentlich wichtige Rolle.

Wer verfügt heute diesen über diesen Reichtum? Im Wesentlichen sind es vier privilegierte Organisationen bzw. Bevölkerungsgruppen.

  1. a) Die wertvollsten Grundstücke, die sich zum Teil in den dicht besiedelten städtischen Gebieten Israels befinden, sind immer noch in den Händen des Jüdischen Nationalfonds. Die Institution schöpft daraus jährlich eine Grundrente, die ihre Spendeneinnahmen deutlich in den Schatten stellt. Im Jahr 2014 betrugen diese steuerfreien Pachteinnahmen 2,4 Milliarden NIS (mehr als eine halbe Milliarde Euro), 2017 erreichten die Einnahmen aus Verpachtung und Verkauf von Land sogar 3,8 Milliarden NIS (etwas weniger als 900 Millionen Euro). Jeder Versuch, in Israel und Palästina Verteilungsgerechtigkeit herzustellen oder etwa das Wohnungsproblem zu lösen, muss sich mit der enormen Konzentration von Landressourcen in den Händen einer einzigen Institution konfrontiert sehen. Hinzu kommt, dass der Fonds Land ausschließlich an jüdische Menschen verpachtet und über große Teile des Besitzes palästinensischer Flüchtlinge verfügt. In den Führungsgremien des Jüdischen Nationalfonds sind alle zionistischen Parteien vertreten. Die Gelder, die er verteilt, verleihen ihm darüber hinaus großen politischen Einfluss.
  2. b) Das meiste Agrarland ging an Kooperativen der zionistischen Bewegung. Nach Schätzung des Forschers Meron Benvenisti haben Kibbuzim und Moschawim 45 Prozent des von der palästinensischen Bevölkerung konfiszierten Landes erhalten. Die Privatisierung in den letzten Jahrzehnten ermöglichte es ihnen, ihre langfristigen Pachtverträge in Kapital zu verwandeln. Seit den 1980er Jahren ist es ihnen vom Staat erlaubt, Agrar- in Bauland umzuwandeln. So wurden auf dem Gelände vieler Kibbuzim ganz neue Viertel erbaut und die dort entstandenen Einfamilienhäuser zum Verkauf angeboten. Die Kibbuz-Mitglieder können inzwischen ihre Rechte am Land vererben und es seit einigen Jahren auch zu einem reduzierten Preis kaufen und so zu privaten Grundeigentümern werden. Ein großer Teil der Kibbuzim, die ausschließlich jüdischen Menschen vorbehalten sind, hat sich auf diese Weise in gated communities verwandelt. Auch der Kibbuz Lehawot Hawiwa ist seit 2002 keine Kooperative mehr. Von diesem neuen Reichtum – der Verwandlung der Früchte staatlich organisierter Enteignung in privaten Wohlstand – bleiben allerdings bestimmte Gruppen ausgeschlossen: hauptsächlich Mizrachim, die in Israel unter anhaltender Diskriminierung leiden. Viele von ihnen leben seit den 1950er Jahren in der Nähe von Kibbuzim und arbeiteten früher in deren regionalen Industriezentren.
  3. c) Die genossenschaftlich verfassten Gemeinschaften, Kibbuzim und Moschawim, hatten in den 1950er Jahren das der palästinensische Bevölkerung weggenommene Land vor allem aufgrund ihrer starken ideologischen Bindung an den Zionismus und ihrer exklusiven sozialen Zusammensetzung zugeteilt bekommen. In den 1970er Jahren entstand allerdings eine neue Besiedlungsform – die private «Gemeindesiedlung» –, vor allem für Menschen aus der Mittelschicht, die eine bessere Lebensqualität außerhalb der Ballungszentren und soziale Segregation suchen. Die «Gemeindesiedlung» ermöglicht soziale und ethnische Exklusivität, ohne den Preis einer Verpflichtung zum Kollektivismus. «Aufnahmekomitees» dienen als Filter und entscheiden darüber, wer dort hinziehen darf. Palästinensische Staatsbürger*innen Israels sind formal ausgeschlossen, aber ausgesondert werden oft auch Arme, alleinstehende Mütter, sozial Schwache und generell Menschen, die nicht zum Selbstbild der (nicht unbedingt ideologisch motivierten) wohlhabenden Siedler*innen passen. Die «Gemeindesiedlung» ist seit den 1970er Jahren die typische Organisationsform sowohl der Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten als auch der «Lebensqualitätsansiedlungen» in Galiläa und im Negev. Diese neuen Siedler*innen wohnen auf beiden Seiten der Grünen Linie.
  4. d) Anfang der 1950er Jahre riss der israelische Staat auch den Großteil des städtischen Besitzes von Palästinenser*innen an sich. Zunächst verpachteten die Behörden die enteigneten Häuser und Wohnungen an jüdische Migrant*innen. Sehr oft mussten in Jaffa, Ramle, Lyd (Lod) oder Akko (Akka) Palästinenser*innen – die selbst oft Binnenvertriebene waren und nicht in ihre Dörfer zurückkehren durften – in solchen Häusern zu Miete wohnen, die nach den generellen Enteignungsmaßnahmen nun offiziell als Staatsbesitz galten. Der Staat ließ die arabischen Häuser und Viertel lange Zeit verkommen, denn bis in die 1980er Jahre bestand die offizielle Politik darin, die «Überreste» verfallen zu lassen und durch «moderne» Wohn- und Geschäftsviertel zu ersetzen. Mit der Neuentdeckung des Charmes alter Wohnviertel und «orientalischer» Häuser durch Yuppies und Investoren in den letzten 25 Jahren kommt es auch hier verstärkt zu einer privaten Aneignung ehemals palästinensischen Eigentums. Hier gesellen sich neoliberale Marktkräfte zur nationalistischen Politik und den Spätfolgen des zionistischen Enteignungsprojekts. In Akko etwa erleben wir derzeit eine durch die bewusste Politik der «Judaisierung» arabischer Stadtteile beschleunigte Gentrifizierung, eine weitere Schwächung der politischen und privatrechtlichen Position arabischer Stadtbewohner*innen und nicht zuletzt die prekäre Lage armer jüdischer Menschen, denen in den 1950er Jahren arabische Häuser zugeteilt wurden – allerdings nur solange, wie sie als Schutz gegen die Rückkehr der rechtmäßiger Besitzer*innen, der palästinensischen Flüchtlinge, gebraucht wurden.

Die Situation heute: Umm al-Hiran und Schowal, Chura und Metar

Alle Elemente dieser Geschichte kommen in einem Konfliktfall zusammen, der in den letzten Jahren für viel Aufregung gesorgt hat. Eine ganze arabische Ortschaft, das kleine Dorf Umm al-Hiran im nördlichen Negev, soll vom Erdboden verschwinden, um Platz für die Errichtung einer exklusiv jüdischen Ortschaft namens Chiran zu machen. Die arabischen Bewohner*innen von Umm al-Hiran sind nicht die Eigentümer*innen des Landes, auf dem sie leben. Sie wurden in den 1950er Jahren von der Militärregierung dorthin umgesiedelt. Das meiste ihres ursprünglichen Landes befindet sich bis heute im Besitz des Kibbuz Schowal. Die Araber*innen wurden zum Umzug gezwungen: Heute zugängliche Archivdokumente beschreiben etwa, wie im Jahr 1957 eine Militäreinheit in ihren Wohnort kam, sie schlug und Zelte umwarf. Diese Gewalttaten wurden von der Drohung begleitet, die restlichen Zelte anzuzünden, falls die Bewohner*innen nicht bereit seien, umzusiedeln, an den Ort, wo sie heute (Mai 2018) noch leben.

Eigentum an Ressourcen und Planungsbefugnisse sind eng miteinander verbunden. Für viele Jahrzehnte taten die israelischen Behörden einfach so, als gäbe es das Dorf Umm al-Hiran gar nicht. Es war weder an das Wasser- noch an das Stromnetz angeschlossen, ohne Gesundheitsversorgung und ohne Schule. Im Gegensatz zu Dutzenden anderer «nicht-anerkannter» arabischer Dörfer sollte sein Status im Jahr 2010 jedoch geklärt und es zu einer anerkannten Ortschaft werden. Unmittelbar nachdem der Oberste Planungsrat dies beschlossen hatte, intervenierte das Büro des Premierministers Benjamin Netanjahu und forderte, die Entscheidung aufzuheben. Was auch geschah. Umm al-Hiran wurde doch nicht anerkannt, stattdessen soll an seiner Stelle eine jüdische Ortschaft entstehen, die von der zionistischen Siedlerbewegung Or (Licht) errichtet werden soll. Dieser schwebt eine exklusive jüdische Ortschaft im Format der «Gemeindesiedlung» vor. Gemäß den Statuten kann dort nur wohnen, wer jüdisch ist, sich an die religiösen Gebote hält, in der israelischen Armee gedient hat und «zu dem gesellschaftlichen Leben der Gemeinde mit ihrem besonderen Charakter passt». Bis zur Räumung der arabischen Dorfbewohner*innen zogen die Mitglieder der Siedlerbewegung Or, zumeist national-religiöse Jüdinnen und Juden der Mittelschicht, in temporäre Unterkünfte auf einem Gelände des Jüdischen Nationalfonds, nur wenige Kilometer entfernt von der arabischen Ortschaft, die verschwinden muss.

Die Bewohner*innen von Umm al-Hiran führten einen langen Rechtstreit vor Gericht. Sie legten dar, dass es sich in ihrem Fall eindeutig um Diskriminierung aufgrund nationaler Zugehörigkeit handelt: Ihr ursprüngliches Land wurde ihnen weggenommen, sie dürfen in ihr ursprüngliches Dorf nicht zurückkehren und nun werden sei auch noch von dem Ort, an dem der Staat selbst sie angesiedelt hat, vertrieben. Das Oberste Gericht erklärte die bevorstehende Zwangsräumung trotzdem für rechtmäßig.

Auch heute, viele Jahrzehnte nach 1948, werden Enteignungen in Israel mit Gewalt durchgesetzt. Die staatlichen Behörden üben starken Druck auf die arabischen Dorfbewohner*innen aus. Sie reißen bis heute Häuser ab und drohen, alle zu demolieren, falls die Dorfbewohner*innen nicht bereit sind, «freiwillig» auszuziehen. Im Januar 2017 umstellten Polizei- und Sondereinheiten die Ortschaft Umm al-Hiran. Einer der Dorfbewohner, der Lehrer Mussa Abu al-Ki‘an, der wegfahren wollte, um dem Aufruhr zu entgehen, wurde Opfer von Schüssen der Polizei. Nachdem er getroffen wurde, verlor er anscheinend die Kontrolle über sein Auto. Dabei kam neben dem Lehrer auch noch der Polizist Erez (Amedi) Levi ums Leben. Es schien für kurze Zeit, als ob nach diesem ungeheuerlichen Vorfall der Druck auf die arabischen Dorfbewohner*innen nachlassen würde, aber die staatliche «Behörde zur Entwicklung und Ansiedlung der Beduinen» blieb hart. Nach dem jetzigen Stand der Dinge haben die meisten Dorfbewohner*innen inzwischen «freiwillig» unterschrieben, dass sie bereit sind, ihr Dorf zu räumen. Es wird sich zeigen, was weiter passiert.

Aber wohin sollen die Menschen aus Umm al-Hiran gehen? In die Stadt Chura, die 1989 auf Initiative der israelischen Regierung errichtet wurde, um die Beduinen dort an einem Ort zusammenzudrängen? Es ist eine der ärmsten Ortschaften in ganz Israel. Gleich unmittelbar daneben befindet sich die jüdische Ortschaft Metar, 1980 errichtet und eine der reichsten Ortschaften im Land. Aber der Unterschied zwischen diesen beiden Ortschaften liegt nicht nur in der Höhe des Einkommensniveaus, sondern auch in der Bevölkerungsdichte – das heißt, der Größe des Territoriums, das der Staat diesen Ortschaften zugesteht. Das Gemeindegebiet von Metar, wo 6.600 Menschen leben, umfasst 1.667 Hektar, während den 17.000 Einwohner*innen von Chura nur 664 Hektar zur Verfügung stehen (Angaben von 2013). Wie auf der folgenden Karte zu sehen ist, reicht das Gemeindegebiet von Chura gerade einmal bis zu den letzten Häusern des Ortes, während der jüdischen Ortschaft Metar mit seiner wohlsituierten Bevölkerung ein riesiges Gebiet für zukünftige Erweiterung zugeteilt wurde.

Zum Schluss sollte noch angemerkt werden, dass dieser kurze Überblick nur Fragen der Landverteilung und des Landeigentums behandelt. Es ist klar, dass die tatsächliche Nutzung des Landes – sowie sein potenzieller Wert – weitgehend durch Planungsvorgaben bestimmt wird. Deshalb ist es auch notwendig, die zentrale staatliche Steuerung lokaler Planungsprozesse sowie die Dominanz jüdischer Ortschaften in den «Regionalräten», die zirka 80 Prozent des staatlichen Landbesitzes unter ihrer Kontrolle haben, mit in Betracht zu ziehen. Erst dann wird das ganze Ausmaß der Diskriminierung erst richtig erfasst.

Karte des Gebiets von Metar und Chura. Markiert ist das staatlich zugewiesenen Gemeindegebiet für beide Ortschaften. Meitar, die kleine Ortschaft hat viel Land für zukünftige Entwicklung, während für Chura fast keine Möglichkeit zur Expansion besteht. Quelle: Statistisches Zentralamt Israel 2014.

Gadi Algazi, 1961 in Tel Aviv geboren, in Göttingen promoviert, ist Professor am Institut für Geschichte der Universität Tel Aviv mit den Schwerpunkten Sozial- und Kulturgeschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, historische Anthropologie und Geschichte der Sozialwissenschaften. Er ist Autor zahlreicher Aufsätze, war Herausgeber der Zeitschrift History & Memory und ist Redaktionsmitglied der Zeitschriften Past & Present und Historische Anthropologie.

Algazi ist zudem eine zentrale Figur der israelischen Linken: 1979 gehörte er zu der ersten Gruppe von Gymnasiasten, die sich weigerte, in den besetzten Palästinensergebieten den Militärdienst abzuleisten. Wegen mehrerer Verweigerungsakte, die eine rege Debatte in der Öffentlichkeit auslösten, wurde er verhaftet, letztendlich aber dank einer öffentlichen Kampagne nach einem Jahr im Gefängnis freigelassen. In den 1980er Jahren beteiligte er sich an den Protesten gegen Israels militärische Interventionen im Libanon, und während der Zweiten Intifada war er Mitbegründer von Ta’ayush, eine der wenigen Protestbewegungen, in denen Palästinenser*innen und Israelis auf Augenhöhe kommunizierten und agierten. Als Aktivist ist er heute in verschiedenen Kämpfen engagiert, vor allem als Gründungsmitglied von Tarabut, einer jüdisch-arabischen Bewegung, die verschiedene Kämpfe zu verbinden sucht – etwa gegen die Besatzung und für ein Ende der neoliberalen Privatisierungspolitik, gegen fortwährende Marginalisierung von Mizrachim und die staatlich verordnete Verdrängung der Beduinen im Negev.


600000 – 8000 v. Chr.
Paläolithikum (Altsteinzeit): Früheste menschliche Funde südlich der See Tabariyya (Tabaria, See Genezareth), datiert auf ca. 600.000 Jahre v. Chr.

8.000 – 5.000 v. Chr.
Mesolithikum (Mittelsteinzeit): Zeitabschnitt vom Ende der letzten Eiszeit bis zum Beginn des Neolithikums. Sesshaftigkeit, Landwirtschaft, Haustierzucht.

5000 – 3000 v. Chr. Neolithikum (Jungsteinzeit) – Metallzeit in Canaan: Kupfer- und Steinwerkzeuge.
Zwischen Ende des vierten und Anfang des dritten Jahrtausends wurde canaan(Palästina) das Ziel einer semitisch-arabischen Welle, bekannt als die „Amoritisch-Kanaanitische Welle“ (Kanaaniter) – (auch Kanaanäer genannt: Vorfahren der heutigen Palästinenser. Darunter auch die Amoriter (Amurriter), die das West- und Ostjordankulturlandes, die Phönizier Syrien, den Libanon und die

Küstenlandschaft (Mittelmeerküste), die Edomiter das Bergland südlich und die Moabiter die Gebirgslandschaft östlich des Toten Meeres (Totes Meer) besiedelten.
Die Kanaaniter und die Phönizier sind ein und dasselbe semitische Volk (Abstammung, Sprache, Religion, Geschichte und Entwicklung), das sich in zwei Gruppen teilte und verschiedene Gebiete besiedelte. Kupfer- und Steinwerkzeuge werden von den Kanaaniter etwa 4.000 v. Chr. verarbeitet. Artefakte aus dieser Zeit wurden in der Nähe von Jericho, Bi’r es-Sabi‘ (auch Bir es-Seba geschrieben, heute Beersheba) und vom Toten Meer gefunden.

In Europa herrschte noch die Jungsteinzeit zwischen 4.000 und 1.800 v. Chr. Erst gegen Ende dieser Zeit dringt Kupfer aus dem Nahen Osten nach Europa vor.

Neolithisch sind auch die 5.000 Jahre alten Ebla-Tafeln Tontafeln von Ebla die bei Aleppo gefunden wurden (Ebla ist eine antike Stadt ca. 55 km südwestlich Aleppo – Syrien): Die Ebla-Tafeln sind in der Tat eine der herausragenden archäologischen Entdeckungen der siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrtausends. Diese erwähnen zum ersten Mal einen Ort, der nach dem kanaanitischen Gott des Abendsterns „Salem“ (Shalem) benannt war. Der Name „Uruschalem“ (Canaanite Phoenician Jerusalem, Urushalim,) was so viel wie „Gründung des Gottes Salem“ bedeutet, tauchte erstmals auf die 4.000 Jahre alten Tonscherben aus Ägypten. Um diese Zeit, so berichtet die Gnesis, traf „Melchisedek“, der König von Salem, Abraham und segnete ihn (Gen. 14,18). Als David schließlich um 1.000 v. Chr. Salem den Jebusitern (Jebusiter ), ein kanaanitischer Stamm, entriss und zur Hauptstadt machte, verwechselten die Hebräer den Namen Salem mit dem hebräischen Wort Schalom (arab. Salam), so etwas wie „Friede“ bedeutet: So wurde aus dem alten Uruschalem oder Salem die Stadt des Friedens „Yerushlavim“ in Hebräisch abgeleitet.

3000 – 2000 v. Chr. Neolithikum (Jungsteinzeit) – Frühe Bronzezeit
Bereits zu Beginn dieser Zeitepoche wurde die Bronze von den Kanaanitern verarbeitet. Wegen der strategischen Lage Kanaans – Palästina ist das Herzstück der arabischen Welt – haben sich in der Antike viele Völker um dieses Land gestritten. Es war das Ziel von vielen Eroberungen.

Als Abraham um etwa 1.805 v. Chr. Von Ur ( am Eufrat) nach Kanaan kam, regierte der Kanaaniter König Melchisedek „König von Salem“ bereits in Jerusalem. Das bedeutet, dass Jerusalem älter als 3.000 Jahre ist.
Abraham, vermutlich arabisch-amoritischer Abstammung (Abraham hieß ursprünglich Abram, arab. Ibrahim, hebr. Avram) ist als legendärer Stammvater der Semiten (Juden , Araber) bekannt. Auch später die Christen berufen sich auf ihn als Stammvater. Einer der Gründer des Babylonischen Reiches in Irak, Abraham wandert aus Ur ( in Chaldäa, im Süden des heutigen Irak) nach Palästina (Kanaan) aus und lässt sich in Sichem (Shekim, heute Nablus) nieder. Bereits im frühen vierten Jahrtausend v. Chr. war der Standort von Sichem besiedelt. In der Mittel- und Spätbronzezeit (etwa 2000-1200 v. Chr.) war Nablus eine bedeutende kanaanäische Stadt, die um 1900 v. Chr. mit ihrem König Ibisch-Hadad in einem ägyptischen Ächtungstext erwähnt wurde. Im 16./15. Jahrhundert v. Chr. wurde es von den Ägyptern zerstört, dann aber wieder aufgebaut. In den Amarna-Briefen erscheint Sichem mehrfach als Schakmi. Abraham hielte sich dort nicht lange auf und, wegen einer Hungersnot, wandert schließlich weiter nach Bi‘r es-Sab’i (Bir es Sab, Beer Sheeba) und weiter nach Ägypten.

etwa um 1794 v. Chr.
Nachdem die Verheißung eines Sohnes für das Ehepaar Abraham und Sarah noch immer sich nicht erfüllt hatte, riet Sarah ihrem Mann Abraham, zur Zeugung eines Nachkommen, ihre Magd Hagar( aus Canaan) zu heiraten. Sie gebar ihm den ersten Sohn Ismael.

etwa um 1780 v. Chr.
Sarah (Sara, aus Ur) die erste Frau Abrahams, brachte, nach etwa 14-jähriger Unfruchtbarkeit, den Sohn Isaak mit 90 Jahren zur Welt.
Die Söhne Isaaks sind Esau und Jakob. Jakob kauft seinem Bruder Esau das Erstgeburtsrecht ab und erschleicht sich den Segen seines blinden Vaters. Jakob hatte 12 Kinder. Jakob wurde am Fluss von einem Engel angegriffen und rang mit ihm die ganze Nacht. Als die Morgendämmerung heraufzog, ließ Jakob ihn, nur gegen einen Segen, ziehen. Er erhielt von dem Engel den Namen Israel –

Gottesstreiter – denn er hätte mit Gott und Menschen gerungen und gesiegt. Seine Nachkommen, die Israeliten, wurden nach ihm benannt.

etwa um 1656 v. Chr.
Wegen einer Dürreperiode in Canaan(Palästina), zwingt der Hunger die Söhne Jakobs8 als auch nicht Juden), im fruchtbaren Niltal Zuflucht zu suchen.

ab 1500 v. Chr.
Kanaan kommt unter ägyptischer Herrschaft. Thutmosis III. bringt Kanaan(Palästina) ganz unter seiner Gewalt. Funde zeigen, dass ägyptischer Einfluss in Palästina schon vor 3.000 v. Chr. begonnen hatte.

um 1400 v. Chr.
Die Hethiter (ein kleinasiatisches Volk, dessen Großreich an Kanaan im Norden grenzt), Amoriter und Philister machen den Ägyptern die Herrschaft in Palästina streitig und erschüttern sie durch Einfälle; auch die Kanaaniter selbst organisieren Aufstände gegen die ägyptische Herrschaft.

um 1200 v. Chr.
Die Hebräer (Israeliten) – Hebräer – ließen sich, nach ihrer Flucht aus Ägypten, östlich des Toten Meeres nieder (vermutlich schon im 13. Jahrhundert v. Chr. wurde ein Teil des Landes Kanaan angeblich von israelitischen Stämmen erobert. Diese Landnahme lässt sich jedoch archäologisch nicht nachweisen). Das bedeutet, dass die Israeliten, schon damals wie heute, in das Land Kanaan/Palästina als Eroberer und Besatzer zurück kamen. Wenn sie sich nur auf Jacobskinder berufen und sie in dem Land gelebt haben, demzufolge sind sie nie die Besitzer von Kanaan/Palästina gewesen, da Abraham aus Ur nach Kanaan kam. Deshalb können heutige Juden nicht den Anspruch auf das Land, als das Land ihrer Väter, erheben, auch wenn sie die Nachkommen der alten Israeliten( Jakob) wären. Was ist mit den Nachkommen Ismael Abraham Sohn dessen Mutter aus Kanaan ist? Haben sie nicht auch das Recht in ihrer Heimat Kanaan, Palästina, Israel zuleben?.
Von dort überfielen sie, die Israeliten zurückkehrend aus Ägypten, Kanaan (das Philisterland). Zunächst fielen sie in Jericho ein und niedermetzelten mit dem Schwert alles was sich bewegte, Menschen wie Tiere, jedes Lebewesen, Man, Frau, Kind, Greis, Kuh, Schaf und Esel, so wie es Jahwe, auch JHWH geschrieben, Israels Gott, befiehlt (man denke an das Massaker von Deir Yasin 1948 n. Chr., stellvertretend für viele andere Massaker dieser Art in der Gegenwart in Palästina durch das gegenwärtige Israel – Deir Yasin – Deir Yassin: – Chronik der Verbrechen. Und in der jüngsten Gegenwart, am 10. Mai 2004, erklärt Arnon Soffer, Geographieprofessor an der Universität Haifa: „Wenn wir weiter leben wollen, müssen wir also töten, töten und töten. Den ganzen Tag, jeden Tag. …“). Man kann daraus den Schluss ziehen: „Zionistische Geschichte und Ideologie sind, durch die gesamte Menschengeschichte und seit Menschengedenken, mit viel, sehr viel Blut getränkt“. Die Juden vergessen dass Glauben an einer Religion und Gott hat weder mit Ort , Volk oder was immer ist nichts zutun. Ebenfalls Auch dass afrikanische, asiatische, amerikanische oder europäische Moslem mit Saudi Arabien wo Mohamed lebte nicht zu tun haben.

Die Philister, erstmals bei Herodot im 5. Jh. v. Chr. als Syria Palaistinė, das palästinensische Syrien erwähnt, haben den westlichen Teil Palästinas unter ihrer Herrschaft gebracht. Ein „Jahrtausendalter“ Konflikt, zwischen den Philistern und den Israeliten, hatte seinen Anfang schon genommen“. Dieser Konflikt wird heute weiter geführt, zwischen Palästinensern, die Nachkommen Kanaans und auch Abrahamskinder, und den Israelis, Nachkommen Jacob! ( ob dies alles so genau heute noch zu unterscheiden wer wessen Kinder sind?) , die nicht die Nachkommen der alten Israeliten sind. An dieser Stelle erscheint es angebracht, einen historischen Irrtum richtig zu stellen: „ Die Hebräer sind nicht die Urahnen der heutigen Weltjuden“.1156 v. Chr. Auch die Juden in Asien, Europa, Afrika oder wo immer Juden in der Welt sind , sind nicht automatisch wegen ihres Glaubens die Nachkommen Jakob . Auch Christen oder Moslem sind nicht die Nachkommen Christus oder Mohamed.
Nach dem Tod vom Pharao Ramses III. wurde Ramses IV Nachfolger und regierte bis 1150 v. Chr. Danach, um 1150, Zerfall des ägyptischen Reiches. Verlust der Herrschaft in Palästina. Auszug der Israeliten, angeführt durch Moses (Auftrag von Jahwe, Gott der Israeliten, erteilt), aus Ägypten (Exodus), nachdem sie dort 430 Jahre lang verweilten.

1200 – 1000 v. Chr.
Um den Besitz des Landes Kanaan finden Kämpfe der Kanaaniter und Philister mit den Israeliten, die als Besatzer in das Land kamen, statt. In Kanaan lebten durchgehend Juden im Lande, Kanaaiter Juden.

um 1010 – 1004 v. Chr.
Saul, der erste König Israels, beherrschte nur den Norden Palästinas. Er fiel im Kampf gegen die Philister. Viele der kanaanitischen Städte konnte er, trotz seiner Grausamkeiten bei den Kriegen, nicht besetzen.

um 1000 v. Chr.
Da es nun keinen Thronfolger mehr gab, wurde David in Hebron zum König über den Südstamm Juda gesalbt. Hebron war zunächst die Hauptstadt seines Königreiches. Als er Salem (Jerusalem) den Jebusitern entriss, und zu seiner neuen Hauptstadt machte, erreichte das Königreich seiner größten Ausdehnung, erfasste jedoch nicht ganz Palästina.

965 – 926 v. Chr.
König Salomo (Salomon „der Weise“ genannt, arab. Suleiman al-Hakim), SALOMO, dritter König des Königreiches Israel, folgte seinem Vater David. Bau des ersten Tempels 957 v. Chr.; Fertigstellung nach sieben Jahren. Schon vor seinem Tod wurde die Teilung des Reiches um 932 v. Chr., in Israel (Nordreich) und Juda (Südreich, für dessen biblischen Gründungsjahr 926 v.Chr. keine Bestätigung durch archäologische Funde gibt) die vollzogen. Damit bröckelte die Blütezeit (Frieden und Wohlstand) ab. Kriege und schwere Auseinandersetzungen prägten das Verhältnis zwischen beiden Staaten, in erster Linie wegen religiöser Angelegenheiten. Die beiden Königreiche verwickelten sich in vielen Kriegen und überlebten etwa zwei Jahrhunderte, 923 – 722 v. Chr., bis ihr Ende durch die Assyrer fand. Ob Salomo (Suleiman) als historische Person gelten kann, ist, wie bei seinem Vater David, umstritten. Wäre ihr Reich wirklich so groß gewesen, sollten sich im Kulturraum von Ägypten bis Mesopotamien deutlich mehr Spuren finden lassen, als die 1993 entdeckte Tel-Dan-Inschrift, die das „Haus Davids“ erwähnt. Die Inschrift ist in aramäischer Sprache (Zweig semitischer Sprachen), zur Erinnerung an den Sieg eines aramäischen Königs über die Reiche Israel und Juda, die sich auf Fragmenten einer schwarzen Basalt-Stele, gefunden in Tel Dan, geschrieben sind.

722/21 v. Chr.
Dem assyrischen König Sargon II. (Assyrien), sein Reich im Zenit seiner Macht, wird der Eroberung Samarias zugeschrieben, Hauptstadt des Nordreiches Israel. Damit endet das jüdische Königreich nach zwei Jahrhunderten und wird eine assyrische Provinz.

597 v. Chr.
Erste Deportationen bzw. Verschleppung der Juden (Judäern aus dem Südreich – Juda) nach Babylon.

586 v. Chr.
Das Ende des Königreichs Juda kam als der babylonische König Nebukadnezar II. Jerusalem zerstörte und den Tempel und das Königshaus plünderte und verbrannte; alle noch in Palästina verbliebenen Juden (etwa 50 000) wurden nach Babylon verschleppt.

586/587 v. Chr.
Babylonische Gefangenschaft (auch Babylonisches Exil) beginnt mit der Eroberung des Südreiches Juda durch den babylonischen König Nebukadnezar II. im Jahre 586/587 v. Chr. und dauert bis zur Eroberung Babylons durch den Perserkönig Kyros II. im Jahre 539 v. Chr.

539 v. Chr.
Kyros II. König von Persien (559-529 v. Chr.) und Begründer des persischen Großreiches, (der erste Herrscher in der Weltgeschichte, der den Beinamen der Große hat, seine Herrschaft um 600 bis 529 v. Chr.) erobert Babylon und erlaubt den Juden die Rückkehr, nach ihrer Freilassung 538 v. Chr., nach Palästina. Ein Teil von ihnen bevorzugt in Persien zu bleiben. Er gestattet den Rückkehrern den Bau des zweiten Tempels. Im Jahre 530 v. Chr. zog der 71-jährige Kyros II. gegen die Massageten. Bei der entscheidenden Schlacht wurde nicht nur der Sohn der Königin der Massageten getötet, sondern er selbst erlitt eine schwere Verwundung, der er drei Tage später erlag. Er ernannte seinen Sohn Kambyses II. zum Nachfolger (Regierungszeit August 530 – Juli 522 v. Chr.).

538 – 332 v. Chr.
Dauer der Herrschaft Persiens in Palästina. Während dieser Zeit wird der Tempel 516 v. Chr. wiederaufgebaut und 515 v. Chr. eingeweiht.

486 – 466 v. Chr.
Herrschte Xerxes I. , ein persischer Großkönig (519 v. Chr. bis 465 v. Chr.). Sein Name bedeutet „herrschend über Helden“. Im Alten Testament heißt er Ahasverus. Die Jüdin Hadassa kommt an den Hof von Xerxes. Sie verheimlicht ihm ihre jüdische Abstammung, wie es ihr Vetter Mordechai befohlen hatte, und nennt sich ab nun Esther. Im Jahre 479 v. Chr. verliebt sich der König und heiratet sie.

332 v. Chr.
Alexander der Große (geb. 356 v. Chr. in Pella und starb 323 v. Chr. in Babylon, arabisch Iskandar, beendete die Herrschaft der Perser, vertreibt sie und erobert Persien, Syrien und Palästina. Mit seiner Eroberung beginnt die Ptolemäerzeit.

323 v. Chr.
Nach dem Tod Alexanders zerfällt sein riesiges Reich, seine militärischen Kommandeure teilten sein Reich unter sich. Palästina kommt unter der Herrschaft der ägyptischen Ptolemäer (ägyptische Dynastie, makedonisch-griechischer Herkunft in hellenistischer Zeit) und Syrien wird von den Seleukiden (syrische Dynastie) regiert. Die Ptolemäer stammten eigentlich aus Makedonien, einem Königreich im Norden Griechenlands. Der Gründer ihres Hauses war ein Freund und Offizier Alexanders des Großen, der sich nach dem Tode Alexanders 323 v. Chr. bei der Reichsteilung von Babylon Ägypten als eigenständiges Königreich sicherte. Über viele Jahrhunderte hinweg beherrschten die Ptolemäer als Fremdherrscher das Land am Nil. Ihre Hauptstadt war Alexandria.

ab 250 v. Chr.
Hellenistische Bildung und Kultur werden in Palästina durch die Nachfolger Alexanders verbreitet. Bei den Juden vollzieht sich eine Trennung zwischen denen die die neue Zivilisation annehmen und denen die sie ablehnen, weil sie sich an jüdisch-religiöser Traditionen halten wollten.

201 v. Chr.
Der Seleukide Antiochos (Seleukidenreich), besetzt weite Teile Palästinas ohne große Gegenwehr, Gaza nach einer Belagerung.

198 v. Chr.
Antiochos konsolidiert seine Herrschaft in Syrien.

168 v. Chr.
Die jüdische Religion wird durch den Seleukiden Antiochos IV. Epiphanes aufgehoben. Im sechsten syrischen Krieg, der von 169 bis 168 v. Chr. dauerte, wurde er vom römischen Senatsgesandten bei Alexandria gestoppt uns gezwungen, Ägypten wieder aufzugeben.

167 v. Chr.
Er ließ die Tempel Jerusalems plündern. Jerusalem sollte hellenisiert werden. Revolte der Makkabäer wird durch das Aufzwingen hellenistischer Zivilisation bei den Juden und die Aufhebung ihrer Religion ausgelöst.

165 v. Chr.
Aufstand der Makkabäer gegen die Seleukiden. Die Makkabäer waren dort keine absoluten Herrscher. Oft fanden mit den Nabatäer, Verbund antiker nordwestarabischer Nomadenstämme, Herrscherkriege statt, woraus diese oft als Sieger hervor ginge.

102 – 76 v. Chr.
Nach dem die Makkabäer durch die Römer unterdrückt waren, wurden sie selbst zum Unterdrücker für die dort lebenden Völker. Diese wurden auch durch den Hasmonäer-König Johannes Hyrkanos I. zur Annahme jüdischer Religion gezwungen.

63 v. Chr.
Pompeius (Gnaeus Pompeius Magnus ), römischer Politiker und Feldherr, beendete die Herrschaft der Nabatäer und machte Palästina zur römischen Provinz.

37 – 4 v. Chr.
Herodes I. der Große (73- 4 v. Chr.), ein Edomiter (Idumäer, seine Mutter war Nabatäerin), wird König unter römischer Hoheit. Er entstammte keinem der jüdischen Stämme. Am Ende seiner Herrschaft wurde Jesus Christus (wahrscheinlich zwischen 7 und 4 v. Chr.) in Bethlehem (arabisch: Bait Lahm) geboren und starb im Jahr 30, 31 oder 33 n. Chr. in Jerusalem (arab.: Al-Quds).

70 n Chr.
Die Eroberung von Jerusalem im Jahr 70 im Jüdischen Krieg war ein wichtiges Ereignis in der Geschichte des jüdischen Volkes. Der Jerusalemer Tempel wurde zerstört, seine Kultgeräte erbeutet und später im Triumphzug in Rom mitgeführt.

Abraham (אֲבִירָם / אַבְרָהָם Avraham / Aviram volksetymologisch: „Vater der vielen [Völker]“ [Genesis 17,4 f.] von אַבְרָם Avram „(Der) Vater ist erhaben“,Abrohom Awroham, m) ist als eine zentrale Figur des bzw. des. Er gilt auch als Stammvater der Araber; von seinem Sohn, abstammen ). Abrahams Geschichte wird im Buch (auf Abraham als ihren Stammvater beziehen, bezeichnet man sie auch als die drei abrahamitischen Religionen.

Nach Beginn unserer Zeitrechnung (n. Chr.)
bis 66 n. Chr. bleibt Palästina unter herodianischer Herrschaft.
66-70 n. Chr. Erster Aufstand der Juden (Zeloten) in Palästina gegen die Römer, trotz guter Behandlung.
70 n. Chr. Der Römer Titus (* 30. Dezember 39 in Rom; † 13. September 81 in Aquae Cutiliae) erobert Jerusalem und zerstört den zweiten Tempel. Zahlreiche von den Zeloten fielen bei der Eroberung Jerusalems durch römische Legionäre.
73 n. Chr.Die Römer erobern die jüdische (Zeloten) Festung Masada am Toten Meer.
132 – 135 n. Chr.Zweiter jüdischer Aufstand gegen die Römer, angeführt durch Shimo’n Bar Kochba (Bar Kochba ). Nach seiner Niederlage wurde Jerusalem römische Militärkolonie. Kaiser Hadrian verbietet den Juden den Zugang nach Jerusalem. Der Provinz wurde der neue Name Syria Palaestina gegeben. Hauptstadt wurde Aelia Capitolina, das ehemalige und nachmalige Jerusalem.
193/194 n. Chr.
Syria Palaestina wird in die Provinzen Syria Coele, Syria Phoenice und Palaestina aufgeteilt.
330 – 638 n. Chr.
Palästina kommt unter Byzantinische Herrschaft (Byzantinisches Reich).
370 n. Chr.
Der Jerusalemer Talmud (auch der Palästinensische Talmud genannt) wird abgeschlossen.
500 n. Chr.
Der umfangreichere Babylonische Talmud wird abgeschlossen.
603 n. Chr.
Die sassanidischen Perser (unter Großkönig Chosrau II.) erlangten zeitweilig die Herrschaft über die meisten östlichen Provinzen.
610 n. Chr.
Seit der Thronbesteigung des Herakleios im Oktober 610 eilten die persischen sassanidischen Truppen von Sieg zu Sieg.

614 – 628 n. Chr.
Persien erobert, mit Hilfe der Juden, die an den Christen Rache nehmen wollten, auch Palästina.

627 n. Chr.
Byzanz besiegt die Perser. Das Ende kam mit der Niederlage der Perser in der Schlacht bei Ninive im Dezember 627.

638 n. Chr.
Der arabischen Expansion, die von den durch ihren neuen muslimischen Glauben (Islam) angetriebenen Araber8arabische Halbinsel) in den 30er Jahren des siebten Jahrhunderts einsetzte, hatte Herakleios nicht mehr viel entgegenzusetzen. In der entscheidenden Schlacht am Jarmuk (arab. Yarmouk; Grenzfluss zwischen Syrien und Jordanien) am 20. August 636 unterlagen die Oströmer einem Heer des zweiten Kalifen Omar ibn al-Khattab, und der ganze Südosten des Reichs, einschließlich Syrien und Palästinas, ging mit einem Schlag verloren. Die Byzantinische Herrschaft ging damit zu Ende. Omar ibn al-Khattab, als er in Jerusalem einzog, boten ihm die Christen in die Grabeskirche (Auferstehungskirche, zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums), zu beten. Er lehnte mit der Begründung ab, die Muslime könnten sie später in einer Moschee verwandeln. Er betete außerhalb, in der Nähe der Kirche, wo heute die Omar-Moschee, nach ihm benannt, steht. Jerusalem wird moslemisch.

660 – 750 n. Chr.
Die Umayyaden (Omaijaden; arab. al-umawiyyūn) sind eine Dynastie von Kalifen, die Oberhäupter des sunnitischen Islam waren. Muawiya I. ibn Abī Sufyān, der Statthalter von Syrien, ließ sich im Jahr 660 in Damaskus zum Kalifen ausrufen. Er verlegte die Hauptstadt von Medina nach Damaskus, von wo Palästina auch regiert wurde. Die beiden Heiligen Gebetsstätten „Der Felsendom“ (Erbauer: Abd al-Malik ibn Marwan 685-705) und die „Al-Aqsa-Moschee“ (Erbauer: al-Walid ibn Malik 705-715) wurden erbaut.

711 – 1492 n. Chr.
Herrschaft der Muslime in Al-Andalus, ist der arabische Name für die zwischen 711 und 1492 muslimisch beherrschten Teile der Iberischen Halbinsel. Die Epoche der Muslime in Spanien galt als die „Goldene Diaspora“ für die Juden. Am Ende des 15. Jahrhunderts lebten etwa 50.000 Juden in Granada und grob geschätzt 100.000 im gesamten muslimisch beherrschten Iberien, die teilweise wirtschaftlich oder gesellschaftlich bedeutende Positionen einnahmen, beispielsweise als Steuereinnehmer, Händler oder auch Ärzte, Diplomaten und Berater am Hofe, bis sie 1492, durch König Ferdinand II., ausgewiesen wurden.

um 740 n. Chr.
Im 7. Jahrhundert gründeten die Khasaren (Chasaren), ein Turk-Nomadenvolk, ein unabhängiges Khaganat im nördlichen Kaukasus, an der Küste des Kaspischen Meeres. Im 8. Jahrhundert (wahrscheinlich um 740) konvertierten sie, Kagan (Herrscher, König) samt Volk, zur jüdischen Religion – diese sind die wahren Vorfahren aschkenasischer bzw. osteuropäischer Juden. (Arthur Koestler: Der Dreizehnte Stamm – Das Reich der Khasaren und sein Erbe, 1987).
In seinem Buch: “Kazariyah“ (Khasaria) schreibt Abraham N. Poliak, Professor für mittelalterliche jüdische Geschichte an der Universität Tel Aviv, und einer der Vorkämpfer der Hypothese eines khasarischen Ursprungs der Juden, zitiert bei Arthur Koestler (The Thirteenth Tribe), 1987: „… die Tatsachen erforderten… eine neue Einstellung sowohl zum Problem des Verhältnisses zwischen den khasarischen Juden und anderen jüdischen Gemeinschaften wie zu der Frage, inwieweit wir diese [khasarischen] Juden als den Kern der großen jüdischen Gemeinden in Osteuropa betrachten können. Die Nachkommen der Siedler – jene, die blieben wo sie waren; jene, die in den Vereinigten Staaten und in andere Länder emigrierten, und jene, die nach Israel gingen – stellen heute die große Mehrheit des Weltjudentums dar.“ Dies wurde geschrieben, bevor das gesamte Ausmaß jener Katastrophe bekannt war, die das Judentum in Osteuropa vernichtete. Doch ändert das nichts an der Tatsache, dass die große Mehrheit der überlebenden Juden aus Osteuropa stammt und daher khasarischen Ursprungs ist. A. Koestler hierzu weiter: „Das bedeutet, dass die Ahnen der Juden nicht vom Jordan, sondern von der Wolga kamen, nicht aus Kanaan, sondern aus dem Kaukasus, den man für die Wiege der arischen Rasse hielt. Dies bedeutet wiederum, dass sie genetisch viel enger mit Hunnen, Uiguren und Magyaren verwandt sind als mit dem Samen Abrahams, Isaaks und Jakobs. Aus diesem Grund ist der Ausdruck „Antisemitismus“ bar jeder Bedeutung. Dieser ist aus einem Missverständnis erwachsen, das sowohl die Mörder als auch ihre Opfer teilten.“ (Siehe auch: Palästina) (Politik Forum: Wer oder was ist Israel?)
Im Jahre 2008: Professor Dr. Shlomo Sand, von der Universität Tel-Aviv, bricht mit seinem Bestseller alle Taboos und räumt mit dem Mythos auf: „Die Juden wären Semiten“. Wieder wird eine zionistische Lüge entlarvt.

750 – 1258 n. Chr.
Die Dynastie der Abbasiden löste die Umayyaden in der Regierung des Kalifats ab. Bagdad wurde 762 zur Hauptstadt des Abbasiden-Reiches gemacht. Nach der Eroberung und Zerstörung Bagdads 1258 durch Hülägü (mongolischer Fürst), der den letzten dort herrschenden Kalifen al-Musta’sim bi-’llah hinrichten ließ, erlosch das Khalifat.

909 – 1171 n. Chr.
Die Fatimiden, eine schiitisch-ismailitische Dynastie, herrschen in Nordafrika (Maghreb und Ägypten) sowie in Syrien.

969 n. Chr.
Palästina wird durch die Fatimiden, die als Rivalen der Abbasiden gelten, von Ägypten aus verwaltet.

1096 n. Chr.
Der Erste Kreuzzug sollte Jerusalem von den „Heiden“ – den islamischen Herrschern – befreien. Judenverfolgung in Europa erlangte während der Kreuzfahrerzeit einen Höhepunkt. Die, gegen alle Nichtchristen gerichtete,

Kreuzzugsstimmung verschärfte den religiösen Gegensatz zu den Juden weiter, was sich nicht nur zu Beginn, sondern auch im weiteren Verlauf der Kreuzzüge zeigte. Judenfeindlichkeit und Judenverfolgung sind bereits seit der Antike bekannt (Judenverfolgung gab es schon im größeren Stil im Römischen Reich, siehe oben). Im Mittelalter nahm die antijüdische Kirchenpolitik Züge einer systematischen Verfolgung an. Zu ersten Ansätzen des Antijudaismus und teilweise erheblichen Ausschreitungen kam es jedoch erst seit dem 11. Jahrhundert (Pogrom von Köln). Juden wurden nach erfolglosen Missionsversuchen zwangsgetauft, später ghettoitisiert und dämonisiert. In Spanien, wo die Juden 1492 zwangsgetauft oder vertrieben wurden, bildete sich eine frühe ethnisch begründete Judenfeindschaft.

1099 – 1187 Ende des Ersten Kreuzfahrerzug mit der Eroberung Jerusalems, wobei sehr viel muslimisches Blut geflossen sei. Die (Kreuzzüge) wurden nach kurzer Zeit zu rein weltlichen Machtinteressen (wirtschaftlich, religiös, strategisch) genutzt, insbesondere gegen das (Byzantinisches Reich).

1187 n. Chr.
(Saladin ) Salah al-Din al-Ayyoubi (Salah ad-Din Yusuf bin Ayyub) besiegt die Kreuzfahrer in der Schlacht von „Hittin“ (Schlacht bei Hattin) und befreit Jerusalem

1291 n. Chr.
Mit Akkon (arab. Akka) fiel die letzte Kreuzfahrerfestung.

1348 n. Chr.
Seit dem Frühjahr 1348 kam es, in europäischen Städten, – beginnend in Frankreich – zu Pogromen an den Juden. Im Zusammenhang mit der Pest taucht der Vorwurf der Brunnenvergiftung durch die Juden auf, um durch die Pest die Christen auszurotten. Dies führte zu schweren Judenverfolgungen in Europa.

1349 n. Chr.
Den Juden wurde Ritualmorde vorgeworfen, was zu einer zweiten Verfolgungswelle führte. Judenpogrom in Straßburg am 14. Februar (Valentinstag). In Folge judenfeindlicher Ausschreitungen wurden mehr als 2.000 jüdische Bürger der Stadt Straßburg getötet.

1492 n. Chr.Ausweisung der Juden aus Spanien durch König Ferdinand II., nachdem die letzte muslimische Bastion Granada fiel und die letzten muslimischen Besatzer vom spanischen Boden vertrieben wurden. Das pragmatische Zusammenleben von Christen, Juden und Moslems hatte ein Ende; die Koexistenz der verschiedenen Kulturen geriet immer mehr aus den Fugen, so dass Juden und Moslems zum Übertritt zum katholischen Glauben gezwungen wurden. Die „goldene Diaspora“ für Juden unter Muslime ging zu Ende.
Aufgabe der Inquisition war es, solche Juden und Moslems, sogenannte „Conversos“ und „Moriscos“ aufzuspüren, die sich zwar nominell Christen nannten, in Wirklichkeit aber immer noch ihre alte Religion praktizierten, um sie dann zu foltern.

1497 n. Chr.
Vertreibung der Juden aus Portugal durch König Manuel I., einer der bedeutendsten Könige Portugals.

1516 – 1917 n. Chr.
Palästina wird auch ein Teil des Osmanischen Reiches (Osmanisches Reich) und von Istanbul aus verwaltet.

1648/9 n. Chr.
Kosakenaufstand (Aufstand) in der Ukraine, angeführt von ukrainischen Kosakenführer Bogdan Chmielnicki, gegen die polnische Herrschaft und die Massaker an den ukrainischen Juden.

1819 n. Chr.
Tumulte und gewalttätiger Ausschreitungen gegen Juden in vielen Städten Deutschlands und anderswo in Europa (Amsterdam, Kopenhagen, Helsinki, Krakau, kleineren Orten in Polen, Prag, Graz und Wien (Hep-Hep-Unruhen).

1832 – 1840 n. Chr.
Der Ägypter Muh’d Ali Pasha (Dynastie) regiert in Palästina. Erst eine Intervention der europäischen Mächte (1840) zwang Muhammad Ali Pascha zum Rückzug aus Syrien und Palästina, allerdings mussten ihn die Osmanen 1841 als erblichen Vizekönig in Ägypten anerkennen.

ab 1880 n. Chr.
Wieder eine Welle des Antijudaismus in Europa. Der Zionismus wird als die jüdische Nationalbewegung bezeichnet, die sich infolge der Judenfeindlichkeit in Europa um 1880 politisch zu organisieren begann und einen eigenen jüdischen Nationalstaat in Palästina anstrebte.

1881 n. Chr.
Die Ermordung des russischen Zaren Alexander II. Nikolajewitsch, durch ein Sprengstoffattentat am 13. März 1881, in Sankt Petersburg am Gribojedow-Kanal, dem Ort der späteren Auferstehungskirche, löste in Russland schwere antijüdische Pogrome aus.

1882 n. Chr.
Der französische Baron Edmond James de Rothschild finanziert Aktivitäten der Zionisten und beginnt, Grundstücke in Palästina zu erwerben. Aufgrund antijüdischer Ausschreitungen in Russland verlangte der Odessaer Arzt Leo Pinsker (Leo )in seiner Schrift: „Autoemancipation! Mahnruf an seine Stammesgenossen von einem russischen Juden“ (1882), eine Heimat für verfolgte Juden. 25000 jüdische Einwanderer, die meisten aus Osteuropa, kommen nach Palästina und siedeln sich an.

1882 – 1903 n. Chr.
Die russischen Pogrome bewirkten eine fluchtartige und unkoordinierte Auswanderung von Juden aus Osteuropa mit verschiedenen Zielen. Erste Alija (Einwanderung) nach Palästina, die bis 1903 anhielte. Einige Gruppen wollten in den USA eigene Siedlungsräume erwerben, um dort sozialistische Kommunen aufzubauen. Sie bezeichneten sich als Am Olam („Weltvolk“) und grenzten sich gegen diejenigen ab, die lieber nach Palästina wollten. Ihre Pläne scheiterten jedoch in den Folgejahren[3] . Im Sommer 1882 erreichte die russische Studentengruppe Biluim als erste dieses Ziel. Sie kamen als illegale Emigranten aus Osteuropa nach Palästina und gründeten die Siedlung RishonLe-Zion (auch Rischon le Tzion: „Erste in Zion“).

1891 n. Chr.
Gründung der Jewish Colonisation Association JCA

1895 n. Chr.
Der Zionismus fordert schon damals „ethnische Säuberung“ Palästinas. Herzl schreibt in seinem Tagebuch: „Die arme Bevölkerung trachten wir unbemerkt über die Grenze zu schaffen, in dem wir ihr in den Durchzugsländern Arbeit verschaffen, aber in unserem eigenen Lande jederlei Arbeit verwehren.“ Diese Lösung hat Ben Gurion 1947 bestätigt, initiiert und sorgte dafür, dass die Zahl der Palästinenser unter 20 Prozent der Gesamtbevölkerung reduziert wurde.

1896 n. Chr.
Unter dem Einfluss antijüdischer Vorfälle in Europa (Alfred Dreyfus in Frankreich), propagiert Theodor Herzl, ein Journalist österreichisch-ungarischer Abstammung, die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina und veröffentlicht sein Buch: „Der Judenstaat“. Im selben Jahr beginnt die JCA (Jewish Colonisation Association) den Bau von Zionisten-Siedlungen in Palästina zu unterstützen.

1897 n. Chr.
Der Erste Zionistenkongress (über 200 Juden aller Nationalitäten waren anwesend) tritt in Basel auf Betreiben Herzls zusammen und beschließt einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für die Juden in Palästina. Die WZO (World Zionist Organisation) wird gegründet dessen erster Präsident Herzl wird.

1901 n. Chr.
Aus dem 5. Zionistenkongress geht, der JNF (Jewish National Fund), von Chaim Weizmann initiiert, hervor. Er soll Land in Palästina versuchen zu erwerben und zu judaisieren. Als das Osmanische Reich, zu dem Palästina damals gehörte, die Besiedlungsgenehmigung verweigerte, akzeptierte Herzl das Angebot Großbritanniens, eine Ersatzheimstätte in Uganda zu gründen.
Chaim Weizmann (1874-1952), ein promovierter Wissenschaftler, ist in Russland geboren, war jedoch die längste Zeit seines Lebens als britischer Staatsbürger. Er war befrreundet mit Lord Balfour – (Balfour-Deklaration), der Rothschild-Familie und Winston Churchill. Er wurde erster Präsident Israels.

1903 n. Chr.
Auf dem Zionistenkongress 1903 waren viele Delegierte, namentlich die Russen, dagegen, ein Land außerhalb Palästinas, wegen dem religiös-spirituellen Bindungseffekt, zu akzeptieren (der religiös-spirituelle Effekt sollte eingesetzt und ausgenutzt werden). Jedoch ungeachtet dessen, setzte Chaim Weizmann die Siedlungsprojekte fort, die hauptsächlich von Baron Edmond Rothschild finanziert wurden.
Theodor Herzl hatte anfangs nicht an einen Nationalstaat für die Juden gedacht, sondern eher an ein geschütztes Territorium, ein Protektorat. Großbritannien bot, die Juden in Uganda anzusiedeln, an (auch Madagaskar war im Gespräch). Die Idee, dieses Territorium in Uganda anzusiedeln, gab Herzl schon bald, unter den Druck russischer Delegierte, auf und konzentrierte sich auf das historische Heimatland der Juden, auf das damals unter türkischer Herrschaft stehende Palästina. Damit beabsichtigten die Zionisten eine spirituelle Bindung der Juden an das Land der Väter herzustellen. Das würde den Juden mehr anziehen nach Palästina zu immigrieren. Dort sollte dann Land gekauft und Siedlungen gegründet werden.

1904 – 1914 n. Chr.
Am 3. Juli 1904 stirbt Theodor Herzl, mit 44 Jahren.
Zweite Alija (Einwanderungswelle), 40000 illegal immigrierte zionistische Juden kommen nach Palästina, hervorgerufen durch Pogrome in Russland. Damit steigt die Zahl der Juden inzwischen auf sechs Prozent der einheimischen Bevölkerung.

1905 n. Chr.
Israel Zangwill fordert, Juden müssten die Araber aus Palästina vertreiben. Er ist derjenige, der die These aufstellte: „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land.“

1908/9 n. Chr.
Arabische Zeitungen machen Front gegen jüdische Einwanderung.

1909 n. Chr.
Der Grundstein für die Stadt Tel Aviv (Tel Aviv-Jaffa) wurde am 11. April, nördlich von Jaffa, gelegt.

1910 n. Chr.
Erster Kibbuz wurde am 28. Oktober 1910[1] von einer zionistischen Gruppe aus Weißrussland Degania A am Südende der See Genezareth gegründet.

1914 n. Chr. Erster Weltkrieg

1915 n. Chr.
Großbritannien verspricht (im so genannten McMahon-Brief ) den Arabern, als Gegenleistung für ein Bündnis gegen die Türken, die Unabhängigkeit nach dem Krieg. Dem Scherif Hussein von Mekka wurde ein „ Vereinigtes Arabisches Königreich“ versprochen. Das Versprechen war nur Schein und wurde nicht gehalten.

1916 n. Chr.
Großbritannien und Frankreich halten ihr Versprechen nicht ein und teilen, im geheimen Sykes-Picot-Abkommen den Nahen Osten unter sich auf. Syrien und Libanon fallen an die Franzosen, Irak an die Briten, für Palästina mit Hauptstadt Jerusalem wird eine „Internationale Verwaltung“ vereinbart. Allerdings soll Haifa als wichtiger Hafen britische Enklave sein.
Die Araber beginnen den Krieg gegen die Türken im Sommer 1916 durch eine Unabhängigkeitserklärung.

1917 n. Chr.
In der Balfour-Deklaration (Arthur Balfour: britischer Außenminister)
vom 2. November sagt Großbritannien, in einem Schreiben an Lord Rothschild, der zionistischen Bewegung zu, die Schaffung einer „nationalen Heimstätte in Palästina“ für die Juden zu unterstützen, wobei ausdrücklich vorausgesetzt wird, dass nichts unternommen werden darf, was die Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften beeinträchtigen könnte. Das bedeutet, der Grundstein für die Teilung Palästinas wurde gelegt. Balfour beugte sich hiermit wohlwollend den Forderungen Lord Rothschilds und handelte im Interesse der übermächtigen Finanzinteressen der zionistischen Lobby und vor allem der imperialistischen Interessen seines Landes.
Zum Zustandekommen der Balfour-Erklärung hat Chaim Weizmann viel beigetragen. Im Oktober wird das Sykes-Picot-Abkommen bekannt.

Die osmanischen Streitkräfte kapitulieren vor dem britischen General Allenby in Jerusalem.

1918 n. Chr. Die Alliierten besetzen Palästina.
Am 8. Mai hält Chaim Weizmann in Jaffa, bei seiner ersten Reise zu den arabischen Ländern, eine Rede, vor arabischer Honoratioren, gehalten, im Namen der 14 Millionen Weltjuden, in der die Missverständnisse zwischen den Religionen, Judentum, Islam und Christentum ausgeräumt werden sollen. Darin bestätigt Weizmann weiter, entgegen der Forderung Herzls nach ethnischer Säuberung (siehe oben unter 1895), dass, wenn die Juden nach Palästina kämen, gäbe es genug Platz für alle und „Niemand von den Einheimischen“ wird sein Land verlassen oder verlassen müssen. Weizmann weiter: Gemeinsam schaffen wir „blühende Landschaften“. Alles, was andere behaupten, sei eine Lüge und Verleumdung und schloss seine Rede mit Dank an Großbritannien für die Vorsorglichkeit. Die Araber, Muslime wie Christen, organisiert in der „Islamisch-christlichen Gesellschaft, sowie andere Zusammenschlüsse, durchschauten die Absichten der Zionisten und Großbritanniens und protestierten immer wieder, mit Schreiben an den britischen Hochkommissar, für britische Regierung Seiner Majestät. Vergebens.

Ende des ersten Weltkrieges. Am 11. November, um 11.00 Uhr schwiegen die Waffen. Mit dem Ende des Krieges endet auch die osmanische Herrschaft in Palästina.

Großbritannien und Frankreich proklamieren am 7. November das Selbstbestimmungsrecht für alle Völker des Vorderen Orients. Ein Widerspruch in sich, der unweigerlich zum Konflikt führt.

1919 n. Chr.
Der erste palästinensische Nationalkongress in Jerusalem lehnt die Balfour-Deklaration ab und fordert von den Briten Unabhängigkeit.
Der Zionist Chaim Weizmann fordert, bei der Pariser Friedenskonferenz 1919, obwohl er nicht auf die Liste der Delegationen der 27 Staaten aufgeführt war, ein Palästina, das „so jüdisch ist, wie England englisch ist“. Was hat er, nur ein Jahr früher, in Jaffa, Nablus und Jerusalem, den Honoratioren der Palästinensern erzählt?

1919 -1923 n. Chr.
Generalstreiks, Proteste, Konferenzen, Entsendung von Delegationen, Unterschriftensammlungen, Appelle und anders mehr von zahlreichen Palästinenser-Organisationen, -Parteien, Stadt- und Gemeinderäte u.v.a. Einrichtungen, bleiben bei der britischen Regierung, Minister, Parlament, Völkerbund u.a. ohne Wirkung. Sie blieben alle ergebnislos.
Dritte Alija, 35000 zionistische Einwanderer, kam auch aus Osteuropa, hervorgerufen durch die Pogrome nach der russischen Oktoberrevolution von 1918.

1920 n. Chr.
Die zionistische Untergrund-Terrororganisation Hagana wird gegründet.
Der Oberste Rat der Alliierten beschließt auf der Konferenz von Sanremo die arabische Unabhängigkeit zu verweigern und gleichzeitig den Zionismus zu fördern, in dem es Großbritannien das Mandat über Palästina überträgt. Frankreich und Großbritannien beschließen auf diese Konferenz eine Neuaufteilung ihrer Einflusssphären im Nahen Osten. Damit wird die Proklamation des Selbstbestimmungsrechts und die Vereinbarungen zwischen dem britischen Hochkommissar McMahon und Hussein, dem Sharif von Mekka, annulliert. Erste arabische blutige Unruhen gegen die Briten folgen, weitere 1929 und 1936 bis 1939.

1921 n. Chr.
Protestwellen in Jaffa gegen die Zuwanderung von Juden.

1922 n. Chr.
Jüdische Siedler aus Osteuropa gründen eine zionistische Enklave in Palästina mit massiver Unterstützung und Hilfe des „British Empire“.
Der Völkerbund ratifiziert am 24. Juli einstimmig das Palästina-Mandat für Großbritannien und bestätigt die „Balfour-Deklaration“. Das „Churchill Weißbuch“ erneuerte die britische Verantwortung gegenüber der Gründung einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina.

1924 – 1931 n. Chr.
Vierte Alija, etwa 80.000 Juden hauptsächlich aus Polen und der Sowjetunion.

1925 n. Chr.
Die Weltunion der Zionistischen Revisionisten wird, unter der Führung von Wladimir Zeev Jabotinsky, in Paris gegründet, die einen jüdischen Staat in ganz Palästinas und Transjordanien fordert.

1929 n. Chr.
Streiks, Aufstände und Unruhen in vielen Städten Palästinas, gegen die Weißbücher Großbritanniens (diese sind eine offizielle Grundsatzerklärung der britischen Regierung) und die Ansprüche auf die Klagemauer, bei denen 133 Juden, 116 Araber, vor allem von Briten getötet werden.
Jedes Palästina betreffendes Weißbuch bekam den Namen des jeweiligen Kolonialministers: „Churchill Weißbuch“, 1922; „Passfield Weißbuch“, 1930; „MacDonald Weißbuch“, 1939.

1930 n. Chr.
Unzählige Hinrichtungsurteile durch die Mandatsmacht gegen Palästinensern, die Juden, bei den Aufständen, töteten, haben die Briten immer vollstreckt. Listen der getöteten Palästinensern wurden immer, nach Städten und Orten gefertigt.
Im Dezember verfasst die „Arabische Exekutivkomitee“ ein Memorandum bezüglich das Wießbuch der britischen Regierung (Passfield Weißbuch, Oktober 1930), worin soziale Missstände in Palästina aufgezählt werden und Beschwerde über die Machenschaften der Juden und ihre Einwanderung einzustellen.

1931 n. Chr.
Beschwerdebriefe der Exekutivkomitees der Städte und Orte, gegen die Einmischung in innere Angelegenheiten, gerichtet an den britischen Hochkommissar.
Die zionistische Terror-Untergrundorganisation Irgun (IZL: Irgun Zwai Leumi) wird gegründet (bzw. spaltete sich von der Hagana ab).

1932 n. Chr.
Gründung der ersten „Arabischen Unabhängigkeitspartei“ in Jerusalem „Istiqlal“.

1932 – 1938 n. Chr.
Fünfte Einwanderungswelle von über 200.000 Juden, vor allem aus Deutschland, wird durch die Machtübernahme Hitlers ausgelöst.

1933 – 42 n. Chr.
(Palästina) Jüdische Einwanderung aus Deutschland nimmt merklich zu (The „Haavara Agreement“ ). Die Folge: Verstärkte Abwehrreaktionen der Araber.

1935 n. Chr.
Die Mitglieder der Großversammlung von Nablus am 2. November, zum 18. Gedenktag der Balfour-Deklaration (1917), bringen in den Beschlüssen ihre größte Sorge zum Ausdruck, über den Waffenschmuggel der Juden nach Palästina und geben Großbritannien die Schuld, die diese Situation heraufbeschwor

1936 n. Chr.
Dem Aufruf von Nablus folgend, werden im April „nationale Komitees“ in ganz Palästina gegründet.
Am 11. und 12. Oktober Aufruf der Arabischen Hochkomitees und Arabischer Arbeiterverband, den Generalstreik zu beenden.

1936 – 39 n. Chr.
Arabischer Aufstand : 2850 Araber, 1200 Juden und 700 Briten kommen ums Leben, war die Folge. Mitte 1938 arbeiten zionistische Terrorbanden (Hagana, Irgun und Stern) mit den Briten zusammen. Im August 1936 wird die „Peel-Kommission“, die die Unvereinbarkeit der Ansprüche der Palästinenser und der Zionisten feststellen sollte, von der britischen Regierung eingesetzt.

1937 n. Chr.
Die Peel-Kommission schlägt die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat vor, die 33 Prozent des Landes für den jüdischen Staat vorsieht. Die Briten lösen alle palästinensischen politischen Organisationen auf, deportieren ihre Führer und richten Militärgerichte gegen palästinensische Rebellen und Aufstände ein.

1938 n. Chr.
119 Palästinenser werden durch Bombenanschläge der Irgun getötet, acht Juden werden getötet.

1939 n. Chr.
Jabotinsky fordert die Umsiedlung der Araber aus Palästina. Das britische Unterhaus verabschiedet das MacDonald Weißbuch am 17. Mai (Britische Herrschaft), mit dem die jüdische Einwanderung nach Palästina radikal begrenzt wird. Der 21. Zionistenkongress in Genf fand unter dem Eindruck des Weißbuches statt.
1. September Zweiter Weltkrieg. Nach Ausbruch des Krieges versicherte Weizmann der britischen Regierung sofort die uneingeschränkte Unterstützung der jüdischen Bevölkerung Palästinas und der Juden insgesamt. Weizmann und David Ben Gurion begannen während des Krieges massiv Unterstützung für einen jüdischen Staat in Palästina in den USA einzuwerben.
1940 In den 40er Jahren hatte Ben Gurion die Entwicklung von israelischen biologischen Waffen befohlen. Die Palästinenser geben gesetzliche Bestimmungen heraus, nach denen der Verkauf von Grundbesitz an Zionisten verbieten.

1945 n. Chr.
Wieder verstärkte Einwanderung europäischer Juden, besonders aus Nazi-Deutschland, nach Palästina. ILLEGALE. Am 08. Mai Ende des Zweiten Weltkrieges.

1946 n. Chr.
Das britische Mandat über Transjordanien wird beendet. Am 22. Juli wird das „King David Hotel“ in Jerusalem, Sitz der Mandatsmacht Großbritannien, unter der Leitung des späteren israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin, in die Luft gejagt. Einundneunzig Menschen sterben.

1947 n. Chr.
Im Mai gründen die Vereinten Nationen einen Sonderausschuss UNSCOP (United Nations Special Committee on Palestine), der die Teilung Palästina empfiehlt.
Am 29. November beschließt die UN-Generalversammlung die Teilung Palästinas UN-Resolution 181 (weitere Resolutionen zu Palästina unter: http://www.un.org/Depts/dpa/qpal/). Der Teilungsbeschluss erfolgte mit 33 gegen 13 Stimmen, 10 enthalten sich. Die Palästinenser waren sehr erbost, das lag vor allem daran, dass man sie bei der Entscheidung völlig außen vor gelassen hatte, das

heißt, der Teilungsbeschluss erfolgte ohne den Besitzer des Landes zu fragen. Eine flagrante Verletzung des Völkerrechts.
Die Juden beginnen mit Massenvertreibungen der einheimischen Bevölkerung.
„Aus unerklärlichen Gründen wurde die Frage nach Israel legalem (sprich: „illegalem“) Status im UN-designiertem arabischen Palästina nie aufgeworfen, als die internationale Gemeinschaft flüchtiges Interesse an Palästina nach der Mandatsverwaltung und am Schicksal seiner einheimischen Bevölkerung zeigte“.
Zu dieser Zeit beträgt die Einwohnerzahl Palästinas 1 319 500 Palästinenser (69,2 Prozent), die 93 Prozent des Grundbesitzes haben, und 589 340 Juden (30,8 Prozent), auf die knappe 7 Prozent des Grundbesitzes entfallen. Dem jüdischen Staat werden trotzdem 56 Prozent (fruchtbare Küstenregion), dem arabischen 42 Prozent des Landes (Mandatsgebiet) zugesprochen. Jerusalem sollte in einer Enklave einen Internationalen Status erhalten (Forum). An sich war das ein Verrat durch die Vereinten Nationen an das palästinensische Volk. Sie hätten nämlich in Palästina präsent sein müssen, um die Durchführung des Friedensplans zu überwachen: ganz Palästina in die Unabhängigkeit zu überführen und die Schaffung zweier Staaten mit Wirtschaftsunion. Nichts dergleichen ist geschehen, damit kamen die VN ihrer Verpflichtungen nicht nach. Auch die britischen Behörden verhinderten die Anwesenheit eines organisierten Gremiums der VN dort, und begingen damit eine Verletzung der Bestimmungen im Teilungsplan. Großbritannien ließ die ethnische Säuberung vor den Augen seiner Soldaten und Beamten noch während seiner Mandatszeit zu. Ein schwarzer Schamfleck in der Geschichte Großbritanniens wurde aktenkundig.
Dezember 1947 n. Chr.: Erste Aktionen der ethnischen Säuberung durch Wingates Taktik (Charles Orde Wingate) werden durchgeführt.
Am 11. Dezember Massaker in Tirat Haifa
Die Absicht Großbritannien, dass sie die Räumung Palästinas bis zum 1. August 1948 vollenden möchte, wird in der Resolution 181 (II) der UN-GV entsprochen. Wegen dem Terror zionistischer Banden sah sich die Mandatsmacht gezwungen, doch ihr Mandat früher abzugeben.
1948 n. Chr.
Im Januar kehrt Abd al-Qadir al-Husayni, nach zehnjähriger Exil, nach Palästina zurück.

Im Januar Fortgang der ethnischen Säuberung Palästinas – Blutbad in Palästina. Jamal al-Husayni, stellvertretender Vorsitzender der Arabischen Oberkomitee, fuhr in die USA, um eine verspätete diplomatische Kampagne, gegen den UN-Teilungsplan, zu starten.
Im Februar bricht ein Krieg, zwischen Juden und Arabern, aus.
Am 06. März verkündet die Hagana die Mobilmachung. Am 10. März erklärte die zionistische Führung – zwei Monate vor Beendigung des britischen Mandats – unumwunden ihr Bestreben, ganz Palästina zu übernehmen und die heimische Bevölkerung gewaltsam zu vertreiben, und zwar in Plan D (Dalet), dessen hauptrangiges Ziel, die ethnische Säuberung Palästinas, ist. Plan Dalet wurde endgültig beschlossene Sache.
Am 12. März hatte das US-Außenministerium den Vereinten Nationen den Vorschlag gemacht, Palästina für fünf Jahre unter internationale Treuhandverwaltung zu stellen, um in dieser Zeit eine beidseitige einvernehmliche Lösung auszuhandeln. Die zionistische Lobby hatte äußerst effektiv Druck auf Präsident Truman ausgeübt, um diesen Vorschlag fallen zu lassen, und daraufhin verpflichtet er sich am 18. März, die zionistische Sache zu unterstützen.
Am 19.-20. März stimmen die Araber eine Waffenruhe zu, die Juden lehnen sie ab.
Am 01. April treffen umfangreiche tschechische Waffen für die Hagana ein.

Am 09. April Massaker von Deir Yassin.
In den Gebieten, aus denen der Staat Israel hervorging, wurden 85 Prozent der ansässigen Palästinenser zu Flüchtlingen. Schätzungen zufolge gab es Anfang 2003 mehr als sieben Millionen palästinensische Flüchtlinge und Vertrieben (Badil Resource Center: Facts and figures).
Für einen zionistischen Juden kam 1948 nur eins in Frage: die Entarabisierung Palästinas. Die Blaue Phase, Plan Dalet – D – ist die Summe aller vorhergehenden Plänen A bis C und wurde in den ersten Märztagen Fertiggestellt und beschlossen (Ilan Pappe). Die Befehle in diesem Plan sind wie folgt durchzuführen: „Dörfer, Orte, Städte und Stadtteile sollen erobert und zerstört und die Bewohner getötet oder vertrieben werden.“ Das waren 531 Dörfer sowie elf Städte und Stadtviertel, die auf dieser Weise zerstört worden waren und deren Bewohner getötet oder vertrieben wurden. Es ist festgestellt worden, dass die Vereinten Nationen, von der Methode der Massenexekutionen Israels, wussten und nichts dagegen unternommen. Um die Vertreibung der einheimischen Bevölkerung zu beschleunigen, sind die zionistischen Landräuber mit unvorstellbar bestialischer Härte, Grausamkeit und Zerstörungswut, die oberhalb jeder menschlichen Vorstellungskraft und Fantasie liegen, gegen sie vorgegangen. Die Massaker an Säuglingen, Schwangeren, Kindern, Frauen, Greise, Männer, ja Tiere waren nicht verschont geblieben, sind Zeugen dieser Brutalität und Unmenschlichkeit. Beispiele: Sa’sa‘, deir yassin, Dawaymeh (Pappe:), Tantura, Kafr Qasem, Safsaf, Qibya, Kronik der zionistischen Verbrechen in Palästina, u.v.a.m. – Babys mit gespaltenen Schädeln, Frauen, geschunden und vergewaltigt oder lebendig in ihren Häusern verbrannt wurden, Schwangere mit aufgeschlitztem Bauch, erstochene Kinder und Männer, erschlagene Alte, Leichen ohne Köpfe und viele andere haarsträubende Gräueltaten. Trotz der überwältigenden Beweise wurde keiner dieser Israelis je wegen Kriegsverbrechen zu Rechenschaft gezogen und verurteilt.
Der britische Konfrontationskurs zeigt, dass das Schicksal der Palästinenser völlig anders verlaufen wäre, wenn britische Truppen, gegen die zionistischen Terrorbanden eingegriffen hätten, wozu sie sowohl nach der Mandatscharta als auch nach der UN-Teilungsresolution verpflichtet waren. Der Ordnungshüter, die Mandatsmacht Großbritannien, hat entweder mitgeholfen, weggeschaut oder gar wohlwollend hinzugeschaut. Sein Verhalten ist eines der beschämendsten Kapitel in der Nahostgeschichte des „British Empire“.
Wegen des verstärkten und blutigen Terrors zionistischer Banden gegen die Briten in Palästina gibt Großbritannien ihr Mandat jedoch vorzeitig (Völkerbundsmandat), am 14. Mai 1948, der UNO, zurück. Nach diesem Datum gab es keine Entschuldigung mehr für die Vereinten Nationen, wie sie das palästinensische Volk im Stich ließen, nachdem sie sein Land geteilt und ihr Wohl und Wehe den Juden, gegen den Bestimmungen, ausgeliefert hatten.
Erster Palästinakrieg: Nach Beendigung ihres Mandats für den 14. Mai 1948, Tag der palästinensischen Nakba – „ die Katastrophe“ http://www.jungewelt.de/2009/05-19/027.php , proklamieren die Zionisten am selben Tag die Gründung des Staates Israel (Israelische Unabhängigkeitserklärung). Präsident Truman erkennt den Staat Israel an. Ägypten, Transjordanien, Syrien, Libanon und Irak erklären den neugegründeten Staat den Krieg. Die schlagkräftigste jordanische Armee (Arabische Legion), deren Befehlshaber der englische Offizier John Glubb Pasha war, stellte die größte Gefahr für Israel dar,

war jedoch vom ersten Tag des Palästinakriegs an durch ein Geheimabkommen, das der haschemitische König Abdallah mit den Zionisten getroffen hatte, neutralisiert. König Abdallah spielte ein doppeltes Spiel: Einerseits versprach er den Mitgliedern der arabischen Liga, die Führung im Militäreinsatz der arabischen Staaten in Palästina zu übernehmen, andererseits hatte er ein Geheimabkommen mit den Zionisten getroffen. Letzten Endes erwies sich diese Vereinbarung als entscheidend für den eingeschlagenen Kurs, damit die Bestrebungen des Haschemiten, für die Annexion der Westbank (Westjordanland), durch das Einverständnis der zionistischen Führung, gesichert werden. Am 30. April bekam der Haschemit den Oberbefehl über die Militäroperationen in Palästina, obwohl die arabischen Führer von seinem Geheimabkommen wussten, übertragen. Der erste Palästinakrieg war somit nur ein inszenierter historischer Witz (Scheinkieg, wie ihn Glubb Pasha genannt hatte). Denn zwischen dem 30. März und dem 15. Mai waren bereits 200 Ortschaften besetzt, zerstört und ihre Einwohner getötet oder mit Gewalt vertrieben, flankiert mit haschemitischem Wohlwollen. Diese Tatsache erschüttert den israelischen Mythos, die „Araber“ seien geflüchtet, nachdem die „arabische Invasion“ begonnen hatte. (Mehr darüber bei Ilan Pappe: „Ethnische Säuberung Palästinas“; Simcha Flapan: „Die Geburt Israels – Mythos und Wirklichkeit“ u.a. Neue Historiker).
Seit Anfang 1948 und nach dem ersten Nahostkrieg, der nach der Proklamation des Staates Israel begann, durch einen sehr blutigen Terror und Anschläge jüdischer Untergrundorganisationen, werden ca. 750.000 Palästinenser aus ihrer Heimat vertrieben und ihre Städte, Kleinstädte, Dörfer und Orte zerstört und dem Erdboden gleichgemacht. Damit sollte verhindert werden, dass die Vertriebenen zurück kehren können. Zeugen des Terrors sind die grausamsten Gräueltaten und Kriegsverbrechen, die durch zionistische Banden, mit aller Grausamkeit verübt wurden.
Während der arabisch-jüdischen Auseinandersetzungen gewinnt der neu gegründete Staat Israel weitere 5.700 qkm zu den 54 Prozent des UN-Teilungsplans und erreicht damit eine Gesamtfläche von 20700 qkm, die 78 Prozent des historischen Palästinas ausmacht. Ende Mai 1948 schritt die ethnische Säuberung Palästinas planmäßig voran.
Am 20. Mai traf Graf Folke Bernadotte, als UN-Emissär, in Palästina ein. Am 17. September wurde er von jüdischen Terroristen ermordet, weil er es gewagt hatte, eine Neuaufteilung des Landes in zwei Hälften vorzuschlagen und die uneingeschränkte Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge zu fordern.
Am 08. Juni erste Waffenruhe, begann aber erst am 11. Juni und dauerte bis 08. Juli. Diese nutzten die Israelis aus, um eine Reihe geräumter Dörfer vollends zu zerstören.
Am 10. Juli übertrug Ben Gurion Yigal Allon das Kommando und ernannte Yitzhak Rabin zu seinem Stellvertreter, um Lydda ujnd Ramlah (Lydda and Ramleh in 1948) zu säubern. Am 13. Juli flüchteten die Verteidiger in der Dahamish-Moschee und ergaben sich, trotzdem haben israelische Truppen sie in der Moschee massakriert, 426 Männer, Frauen und Kinder.
Am 18. Juli sollte eine zweite Waffenruhe in Kraft treten, die sofort gebrochen wurde. Israel hat sie beachtet und säuberte ethnisch weiter und überhört bis heute alle UN-Resolutionen, die es auffordern, besetzte Gebiete wieder aufzuräumen. Diese bleiben bis heute (2008) völlig überhört und ohne Wirkung. Israel ist immer noch bis dato, gegen das Völkerrecht, eine Besatzungsmacht geblieben.
UN-Beobachter in ihrem unveröffentlichten Bericht vom Oktober: „Israels Politik bestehe darin, Araber mit Gewalt aus ihren Heimatorten zu vertreiben“. Am 31. Oktober exekutierten die jüdischen Truppen allein in Hula (Hula massacre) über 80 Einwohner und in Saliha über 100 (1948 Palestine War).
Am 11. Dezember Verabschiedung der Resolution 194 (Recht der Flüchtlinge auf Rückkehr oder Entschädigung) (United Nations General Assembly Resolution 194 ). Dieses Recht ist völkerrechtlich verankert und entspricht allen universellen Rechtsvorstellungen.
Die Lösung des palästinensischen Flüchtlingsproblems bleibt der Schlüssel zu jeder akzeptablen und dauerhaften Lösung des Konflikts.

1949 n. Chr.
Im Januar erklärt Israel, dass es den besetzten westlichen Teil Jerusalems nicht länger als besetztes Territorium betrachte, was den Teilungsplan widerspräche (181/II) Die Knesset, erklärt Jerusalem zur Hauptstadt Israels. Chaim Weizmann wird erster Staatspräsident Israels, David Ben Gurion wird erster Ministerpräsident. Waffenstillstand mit den arabischen Staaten, Ägypten, Libanon, Transjordanien und Syrien.
Israel wird als 59. Staat in die UNO aufgenommen.

Im Sommer wird in Lausanne eine arabisch-israelische Friedenskonferenz (Friedensratschlag) abgehalten. Die Basis für einen Frieden war die Resolution 194, eine Zweistaatenlösung, die das Land in zwei gleichen Teilen aufteilte, und ein internationaler Status für Jerusalem. Alle Beteiligten akzeptierten: die USA, die UNO, die arabische Welt, eingeschlossen die Palästinenser, und der Israel, vertreten durch sein Außenminister Moshe Sharett. Aber Ben Gurion und Emir Abdallah von Transjordanien waren fest entschlossen, den Rest Palästinas unter sich aufzuteilen. Lausanne bleibt damit ergebnislos und die Friedensbemühungen haben danach schnell an Fahrt verloren.
Die UNO, und für eine kurze Zeit auch die USA, fühlten sich der Resolution 194 vom 11. Dezember 1948 verpflichtet, welche die bedingungslose Rückführung und Entschädigung aller Flüchtlinge als Conditio sine qua non für den Frieden forderte. Die israelische Regierung hingegen begann mit einer brutalen Antirepatriierungspolitik, indem sie verlassene Dörfer zerstörte und an deren Stelle jüdische Siedlungen errichtete sowie die Überreste des Besitzes der Flüchtlinge in staatliche Obhut überführte. Ende 1949 erklärt Ben Gurion, gegen das Völkerrecht und gegen alle UN-Resolutionen, vor der Knesset, Jerusalem zur „Ewigen Hauptstadt Israels“.
Große Einwanderungswelle aus den europäischen Flüchtlingslagern. Beginn von verschiedenen „Operationen“, bei denen Juden aus unterschiedlichen Ländern nach Israel geholt werden (aus Jemen, Irak, Marokko, Äthiopien usw.). Anstieg der Bevölkerung auf über 1,2 Millionen Juden.

1950 n. Chr.
Im Mai/Juni, durch eine geheime Vereinbarung zwischen Israel und den haschsemitischen Emir von Transjordanien Abdullah (Abdallah ibn Hussein I.), annektiert Israel die eroberten Gebiete. Aus Transjordanien, die Westbank und Gaza wird Jordanien bzw. das „Haschemitische Königreich Jordanien“. Der Emir wird zum König. Das sollte der Grundstein für das „Große Königreich von Syrien“ unter der Herrschaft von Abdallah, wie die Zionisten ihm versprachen (Simcha Flapan: „Die Geburt Israels“, 1987; Abhandlungen).
Das israelische Parlament verabschiedet das „Rückkehrgesetz“, das allen Juden das Recht gewährt, nach Israel einzuwandern und die israelische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

1951 n. Chr.
Die Palästinenser nehmen dem König Abdallah seiner geheimen Verhandlungen mit den Zionisten, hauptsächlich mit Golda Meir als Bindeglied, übel und bezeichnen sie als Verrat. Am 20. Juli 1951 wird er von einem Palästinenser (Mustapha Shukri Usho, er gehörte einer geheimen Verschwörer-Gruppe aus angesehener Persönlichkeiten) in der Al-Aqsa Moschee in Jerusalem hingerichtet. Sein Enkel Hussein, spätere König von Jordanien, war in seiner Begleitung und entging dem Attentat. Thronfolger Talal, seine Regierungszeit dauerte etwa ein Jahr, und müsste, wegen angeblicher Schizophrenie, abdanken.

1952 n. Chr.
Hussein (Hussein I) Ibn Talal wird zum König von Jordanien. Im September Wiedergutmachungsabkommen (Wiedergutmachung) Deutschland-Israel in Höhe von 3,45 Milliarden DM. Hierzu siehe auch: Norman Finkelstein: „Die Holocaust-Industrie“, 5. Auflage 2005.

1954 n. Chr.
In Ägypten übernimmt Gamal Abdel Nasser die Macht.

1956 n. Chr.
Nach Verstaatlichung des Suezkanals (der Suezkrieg) verpflichtet sich Israel (laut Vertrag von Sevres im Oktober 1956 zwischen Großbritannien, Frankreich und Israel) Ägypten anzugreifen, um den Vertragspartnern einen Vorwand für einen militärischen Angriff gegen Ägypten zu liefern. Bei mehreren Treffen in Sèvres nahe Paris wurde die Zusammenarbeit zwischen dem französischen und dem israelischen Geheimdienst verstärkt.

1964 n. Chr.
Die PLO, Palestinian Liberation Organisation (Palästinensische Befreiungsorganisation ) wird gegründet.

1967 n. Chr.
Am 5. Juni Beginnt der Sechstagekrieg (Die Lage vor dem Krieg) (Kriegsverlauf). Israel besetzt die Sinai, den Golan und den Rest Palästinas (West Bank und Gaza) und beansprucht am 29. Juni die Souveränität über Ost-Jerusalem. Am 22.

November 1967 fordert die UN-Resolution 242 den Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten Resolution 242 (1967).
Nach diesem Krieg basierten alle amerikanischen Bemühungen, um mögliche Lösungen zu finden, auf die bestehenden Machtverhältnissen. Israel wurde, nach diesem Blitzsieg, als Aktivposten amerikanischer Politikinteressen in der Region. Alle Friedensvorschläge, die Israel vorlegte, wurden unweigerlich als Grundlage für USA.

1970 n. Chr.
1. September militärisches Eingreifen gegen die Palästinenser in Jordanien (Schwarzer September (Aufstand)). Die UN-Vollversammlung bekräftigt am 8. Dezember erstmals mit Nachdruck die „unveräußerlichen Rechte des Volkes von Palästina“.

1973 n. Chr.
Am 6. Oktober greifen Ägypten und Syrien Israel an. Der Vierte Nahostkrieg (yom-kippur-Krieg oder Oktoberkrieg) beginnt. Er war Auslöser der Ölkrise 1973. Die OPEC beschloss, ihre Erdölförderung so lange erheblich einzuschränken, bis die von Israel besetzen Gebiete geräumt sind. Nach dem Krieg Teilrückzug Israels vom Suezkanal.

1974 n. Chr.
Gründung der radikalmilitanten zionistischen Bewegung Gush Emunim Siedlerbewegung (Block der Getreuen) zur Besiedelung von palästinensischen besetzten Gebieten, auf außerparlamentarischem Weg.

1976 n. Chr.
Wegen der Enteignung arabischen Bodens, durch Siedler am 30. März, finden an diesem Tag Demonstrationen und ein Generalstreik auf arabischer Seite statt. Die Ausschreitungen eskalieren mit der Polizei, sechs Palästinenser werden erschossen. Seitdem wird ein „Tag des Bodens“ (Land Day – Yom al-Ard) erklärt, an dem jedes Jahr immer Proteste, durch palästinensische Israelis, in Israel stattfinden. Sie wollen u.a. damit dokumentieren, dass sie noch präsent sind und der Boden doch ihnen gehört.

1977 n. Chr.
Am 17. Mai erleidet die israelische Arbeitspartei bei den Wahlen eine vernichtende Niederlage. Menachem Begin, von der Likud-Partei, wird Ministerpräsident.

1978 n. Chr.
Einmarsch israelischer Truppen in den Libanon, um gegen arabische Untergrundkämpfer vorzugehen. Bildung einer VN-Pufferzone im Süden Libanon (UNIFIL)

1979 n. Chr.
Ägyptisch-israelisches Friedensabkommen in Camp David (Camp David I).
Der 17. August wird als der erste Al-Quds-Tag (Al-Kuds-Tag, „Internationaler Jerusalemtag“), ein gesetzlicher Feiertag im Iran, ausgerufen. Er geht auf einen Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Chomeini vom 8. August 1979 zurück, am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan die „internationale muslimische Solidarität zur Unterstützung der legitimen Rechte des muslimischen palästinensischen Volkes zu erklären.

1980 n. Chr.
Die EG (Europäische Gemeinschaft) erkennt in der „Erklärung von Venedig“ das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser an (Der Staat Palästina).
Israel annektiert Ost-Jerusalem und die Golanhöhen.

1982 n. Chr.
Als Ergebnis von Camp David I Rückzug Israels bis April aus Sinai.
Im Juni Invasion israelischer Streitkräfte in den Libanon, um die PLO zu vernichten. 90.000 Tote, meist Zivilisten. Nach drei Monaten Krieg werden 8.000 palästinensische Kämpfer aus Beirut vertrieben und verteilen sich in verschiedenen arabischen Ländern. Israelische Armee und rechtgerichtete libanesische Milizen verüben Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila (16.-18.Sept.), ein Verbrechen, das nicht vergessen werden darf. Ariel Scharon, der Schlächter von Sabra und Schatila, wird für das Massaker verantwortlich gemacht und muss von seinem Amt zurück treten.

Am 9. September erkennt die Arabische Gipfelkonferenz in Fez (SPIEGEL) die UN-Resolutionen 242 und 338, und somit die Existenz des Staates Israel an.

1985 n. Chr.
Israelische Truppen ziehen sich aus dem nördlichen Nachbarland Libanon zurück, behielten aber eine, zwischen 15 und 20 Kilometer breite (Sicherheits-) Zone besetzt (1100 Quadratkilometer).

1987 n. Chr.
Am 7. Dezember beginnt die Erste Intifada, begann als so genannter „Krieg der Steine“ (Erhebung, Aufstand) der Palästinenser, gegen die israelische Besatzung. Der Verteidigungsminister Yitzhak Rabin befiehlt seinen Soldaten, Palästinensern, die Steinewerfer gegen Panzern, die Knochen zu brechen.

1988 n. Chr.
Der Palästinensischer Nationalrat ruft den Staat Palästina aus.
König Hussein von Jordanien übertrug das Westjordanland den Palästinensern (PLO).

1990 n. Chr.
Nachdem die amerikanische Botschafterin APRIL GLASPIE TRANSCRIPT
quasi grünes Licht gegeben hatte, griffen irakische Truppen in einem Blitzkrieg am 2. August das Emirat Kuwait und besetzten es.

1991 n. Chr.
George Bush sen. befehligt am 17. Januar den Zweiten Golfkrieg gegen den Irak, und am 27. Februar werden die Iraker aus Kuwait wieder vertrieben. Am 30. Oktober beginnt die Madrider Konferenz für den Nahen Osten. Die USA fordern die Verwirklichung der Resolutionen 242 und 338 nach dem Prinzip „Land für Frieden“. Der israelische Ministerpräsident Isaak Shamir kommt erst nach Madrid, nachdem die USA die Bürgschaft für einen 10 Milliarden-Kredit zu versagen. Er verlautbarte, 10 Jahre ohne Ergebnis zu verhandeln. Die insgesamt zehn Verhandlungsrunden (bis zum April 1993) führten zu keiner Annäherung,

geschweige denn zu konkreten Ergebnissen. In der Tat, verlaufen zunächst alle Verhandlungen bis Juli 1993, ergebnislos.
Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates – Wikipedia. Die Resolution 242 lautet u.a.: Gebietsgewinne durch Gewalt sind unzulässig. Dazu steht in der französischen Fassung des Beschlusses: „Israel muss sich aus den besetzten Gebieten zurückziehen“. Im englischen Text steht jedoch nur: „aus besetzten Gebieten“. Der Verfasser der Resolution, der Engländer Lord Caradon, meinte damals, dass die Bedeutung des Beschlusses klar sei: Da Gebietserweiterungen durch Gewalt nicht zulässig sind, muss sich Israel aus allen 1967 besetzten Gebieten zurückziehen. Diese Deutung entspricht auch dem Völkerrecht, das Gebietserweiterungen durch Gewalt verbietet.

1992 n. Chr.
Jitzchak Rabin , zum zweiten Mal Ministerpräsident in Israel, veranlasste am 17. Dezember die Verhaftung und völkerrechtswidrige Deportation von 415 Hamas-Anhängern in den Südlibanon.

1993 n. Chr.
Im Mittelpunkt der Friedensbemühungen des Ministerpräsidenten Rabins waren die Oslo-Abkommen. Auch diese Verhandlungen basierten nur auf einem zionistischen Konzept: Die Katastrophe von 1948 (Nakba) fehlte völlig. Das Oslo-Konzept wurde von israelischen Intellektuellen aufgestellt. Mahmoud Abbas, der Beauftragte Arafats, tappte in Oslo-Falle. (Außer Yassir Arafat, Mahmoud Abbas und Ahmad Qurei, wusste keiner der intellektuellen Palästinensern irgendetwas von den Geheimverhandlungen in Oslo, die zu der Unterzeichnung der Prinzipienerklärung führten. Nicht ein einziger Völkerrechtler wurde konsultiert. Abbas hatte alles im Alleingang ausgehandelt. Ein grober Fehler, für den die Palästinenser bis heute, mit ihrem Recht und Leben, büßen müssen, wie es sich später peinlichst genau herausstellte!).
Am 13. September unterzeichnen Rabin und Arafat, auf dem Rasen vor dem Weißen Haus, die Prinzipienerklärung. Kommentiert von Ludwig Watzal: Download Kapitel

1994 n. Chr.
Am 4. Mai unterzeichnen Arafat und Rabin das „Gaza-Jericho-Abkommen“ (Oslo I oder Abkommen von Kairo) Friedensprozess in Palästina. Am 1. Juli kehrt Arafat nach Palästina (Jericho und Gaza) zurück.

Am 26. Oktober schließen König Hussein von Jordanien und Israels Ministerpräsident Rabin, im Beisein vom US-Präsident Bill Clinton, einen Friedenvertrag in Wadi Araba (Jordanien) ab.

1995 n. Chr.
Am 28. September unterzeichnen Rabin und Arafat in Washington ein Interimsabkommen (Oslo II- oder Taba-Abkommen), das über die Ausweitung der Autonomie der Palästinenser im Westjordanland (Freie Palästina-Stimme) und in Gaza vorsieht. Am 4. November wird Rabin ermordet (einer seiner eigenen Leute ermordete ihn). Shimon Peres wird Nachfolger.
(Laut Oslo II – Oslo – wird das besetzte Westjordanland in drei Zonen aufgeteilt.
– Zone A: sechs palästinensische Städte (3 % der Westbank) werden unter palästinensischer Kontrolle gestellt.
– Zone B: 450 palästinensische Dörfer und Kleinstädte (27 %) kommen unter gemischter Kontrolle (nur den Anschein nach).
– Zone C: Jüdische Siedlungen, israelische Militärpunkte und -basen (strategisch wertvolle Territorien (70 %) kommen unter vollkommener israelischer Kontrolle).

1996 n. Chr.
Wahl in Israel. Benjamin (Benyamin) Netanyahu, Vorsitzender des Likud-Blocks, gewinnt die Wahlen und wird am 29. Mai Ministerpräsident Israels. Sein Wahlsieg hat Schockwellen ausgelöst, die weit über die Levante hinausreichten. Er stellt sich gegen die palästinensische Autonomie.

1997 n. Chr.
Das Hebron-Protokoll sieht Rückzug von israelischen Truppen aus vier Fünfteln der Stadt Hebron vor und wird am 15. Januar (Israel / Palästina) von Arafat und Netanyahu unterzeichnet.
(Die Stadt Hebron wird in zwei Zonen, H-1 und H-2, geteilt. In H-1 leben ca. 100.000 Palästinenser, in H-2 leben 400 jüdische Extremisten und 20.000 Palästinenser unter direkter israelischer Besatzung.

Die Rolle des „Ehrlichen Maklers Clinton“ drückt sich so aus: Dem Abkommen von Hebron ist ein Schreiben des US-Außenministers, Warren Christopher, beigefügt, in dem es Israel freigestellt wird, Land nur dann zurückzugeben, wenn seine „Sicherheitsinteressen“ nicht berührt würden!?!) Am 18. März beginnt Israel mit dem Bau der jüdischen Großsiedlung in Har Homa (Jabal Abu Ghneim) im arabischen Ost-Jerusalem. Ein eindeutiger Verstoß gegen aller Abkommen und Vereinbarungen, die Israel mit den Palästinensern getroffen hatte.

1998 n. Chr.
Unter der Schirmherrschaft des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton, unterzeichnen Netanyahu und Arafat am 28. Oktober das „Wye River Abkommen“, das einen weiteren israelischen Truppenabzug vorsieht. Unter dem Druck der Ultra-Orthodoxen Juden verkündet Netanyahu den Stopp der weiteren Umsetzung des Wye River-Memorandums.

1999 n. Chr.
Die fünfjährige Interimsperiode in der Osloer Vereinbarung endete am 4. Mai, ohne dass Arafat einen Staat Palästina proklamierte, wie es vorgesehen war. Ehud Barak löste Netanyahu, der mit seiner Regierung in jeder Hinsicht scheiterte, am 17. Mai ab und wird neuer Ministerpräsident Israels. Auch Barak ist nicht bereit, die Vereinbarungen von Wye River umzusetzen. Am 5. September unterzeichnen Israel und die Palästinenser in Scharm- el-Scheich einen Vertrag zur Umsetzung des Abkommens von Wye (Wye-Abkommen).

2000 n. Chr.
Im Juli verhandeln Arafat und Barak in Camp David, wieder unter der
Schirmherrschaft von Clinton, der einen internationalen Erfolg, vor Ende seiner Amtszeit, verbuchen möchte. Große (falsche) Hoffnungen auf palästinensischer Seite. Aber nur Israel durfte die Themen einer Friedensagenda festlegen.
Und somit kam nur der israelische Plan auf den Verhandlungstisch, der uneingeschränkte Unterstützung der Amerikaner fand. Nach zwei Wochen Verhandlungen, wobei die USA die Standpunkte Israels angenommen hatte und vertrat, ist Arafat nicht gewillt, ein „palästinensisches Versailles“ Camp David II zu unterzeichnen (Oslo und Al-Aksa-Intifada), und wurde deshalb von den Amerikanern und Israelis als Kriegstreiber hingestellt.

Als eine Fortsetzung der Demütigung wird die Entweihung des Tempelbergs, wo sich der Felsendom und „al-Haram al-Sharif“ (Al-Aqsa Moschee) befinden, durch den provokativen Besuch von Sharon am 28. September, begleitet von 3000 Sicherheitskräften, Soldaten und Polizisten (mit Baraks Genehmigung). Kurz darauf zerfällt die Regierung Baraks im Dezember und er tritt vorzeitig zurück. Unruhen und Demonstrationen brechen aus, israelische Soldaten töten 29 Palästinenser und verletzen über 200. Die Al-Aqsa-Intifada (AL-AKSA INTIFADA) bricht aus (Intifada). Der Besuch Sharons auf dem Tempelberg war nicht der Grund, sondern nur der Auslöser der Intifada.
Rückzug Israels aus dem Südlibanon.

2001 n. Chr.
Der Rücktritt Ehud Baraks macht den Weg für Neuwahlen frei. Bei den vorgezogenen Direktwahlen in Israel am 6. Februar wird Ariel Sharon, mit einem erdrutschartigen Wahlsieg über Barak, neuer Ministerpräsident Israels. Eine radikal-rechtsgerichtete Regierung, unter Beteiligung der Arbeitspartei, wird, mit Sharon als Ministerpräsident, gebildet. Diese Regierung versucht seitdem mit allen militärischen Gewaltmitteln die Intifada der Palästinenser niederzuschlagen und die Zahl der Palästinenser in den besetzten Gebieten zu dezimieren. Sharon verkündet: „ Das sei die Fortsetzung von 1948“.
Am 1. April lehnt Sharon den, von den USA unterstützten, ägyptisch-jordanischen Friedensplan ab.
Weitere Friedensinitiativen (Mitchell-Report, Tenet-Plan) scheitern an der Ablehnung Israels.
Am 11. September Anschlag auf die USA 11.09.2001 . Israel nutzt den Anschlag aus um die Palästinenser nun als Muslime zu bezeichnen und deren Verbindung zum Anschlag zu herstellen. So war es auch, dass am 2. Februar die populäre israelische Tageszeitung Ma’ariv mit der Schlagzeile aufmachte: „Ein Viertel der Kinder in Israel sind Muslime.“ Eine tickende Zeitbombe! So möchte Israels Sharon die Palästinenser sehen und nach Außen präsentieren.

2002 n. Chr.
(Saudi)-arabische Friedensinitiative, vom 28. März, von der Arabischen Liga in Beirut (Arabische Friedensinitiative) verabschiedet und von Sharon, als Rohrkrepierer, abgelehnt. Die (Resolution) Weltsicherheitsresolution 1402 vom 30.

März, die einen sofortigen Abzug Israels Truppen aus den palästinensischen Gebieten fordert, erleidet dasselbe Schicksal wie ihre Vorgänger-Resolutionen. „Verstauben lassen“, wie dieser Slogan von Isaak Shamir geprägt wurde, macht die Runde und erlebt immer wieder Höhepunkte.
Das Massaker im Flüchtlingslager Jenin (Freace) beginnt am 2. April. Eine von der UNO gebildete Untersuchungskommission scheitert an der Ablehnung Israels. „Human Rights Watch“ (Zeit-Fragen) und, später im November, „Amnesty International“ beschuldigen Israel, während der Militäroffensive im Frühjahr in Jenin, schwere Kriegsverbrechen. Am 20. April beschließt der Sicherheitsrat die Resolution 1405, eine Mission in das Flüchtlingslager zu schicken, die von UN-Generalsekretär Kofi Annan, an der Ablehnung Israels, wieder abgeblasen müsste. Mosche Jaalon, nachdem er im Juli des Jahres zum Generalstabschef der israelischen Armee wird, fordert er einen vollständigen (totalen!?) Sieg über die Palästinenser. Am 16./17.9. jährt das Massaker Sabra und Schatila zum zwanzigstenmal.

2003 n. Chr.
Am 28. Januar vorgezogene Knesset-Wahlen (Wahlen) in Israel. Diesmal verdoppelt Ariel Sharon fast die Sitzzahl der Likud in der Knesset. Die Arbeitspartei, unter der Führung von Amram Mitzna, lehnt diesmal die Beteiligung an einer Regierungsbildung mit Sharon ab.
Am 31. Juli verabschiedete die Knesset ein Gesetz, das es Palästinensern, die israelische Staatsbürger heiraten, verbietet, ein Aufenthaltsrecht in Israel zu bekommen. Arabisch-israelische Knessetabgeordnete klagten vor dem Obersten Gerichtshof dagegen. Die Klage wurde abgewiesen. Das Urteil bewies die Irrelevanz „arabischer Israelis“ im parlamentarischen und rechtlichen System Israels. Das Gericht beweist damit auch, dass es eher am Zionismus als am Recht festhält.
Angebliche Wiederbelebung erfuhren der totgesagte Friedensprozess durch die Road map (Friedensplan), die ein Produkt des selbsternannten Vermittlungsgremiums – Quartett – von USA, UNO, EU und Russland ist, und die Genfer Vereinbarung. Diese boten einen uneingeschränkt rein israelischen Fahrplan an. Die „gutwilligen“ palästinensischen (Mit-) Verfasser der Genfer Initiative zementierten die „Festung Israel“, die an sich das größte Hindernis für einen

Frieden im Palästina ist. Dov Weissglas berät Sharon, was den Palästinensern betrifft, wie es weiter geht.
Anmerkung zum Wahlsieg Sharons: „Herausgepaukt wurde Sharon letztlich durch zwei der wichtigsten Geldgeber des Likud, hinter der Kriegspartei in Washington, Michael Steinhardt (Michael Steinhardt) und Marc Rich (Marc Rich ). Beide verfügen über einen Draht ins Büro des US-Vizepräsidenten Dick Cheney (Halliburton), der im Zentrum der amerikanischen Kriegsfalken sitzt. Diese Verbindung verläuft über Lewis Libby, Bürochef Cheneys und Anwalt von Marc Rich. Letzterer ist ein dubioser „Rohstoffhändler“ mit engen Beziehungen zu russischen Mafia-Oligarchen. … Rich und Steinhardt hätten auch mit dem führenden Likud-Geldbeschaffer Ehud Olmert, sowie mit Schimon Peres von der Arbeitspartei, gesprochen: Mitzna sollte nicht Ministerpräsident werden, aber eine Regierung der nationalen Einheit von Likud und Arbeitspartei sei geboten. Nur eine solche Regierung könnte das notwendige diplomatische Feigenblatt für Sharon liefern und die Kriegspartei bei ihren Bemühungen für einen Angriff auf den Irak unterstützen. … Zunächst wurde der Wahlkampf Mitznas durch das Eingreifen von Peres geschwächt, der mittlerweile seine Friedenspolitik auf Grundlage der Oslo-Verträge völlig aufgegeben hat und nun voll im Fahrwasser der Politik des „Kampfes der Kulturen“ schwimmt. …“ (Neue Solidarität, v. 5.2.2003) In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (29.1., um 3.30 MEZ) Rede G.W. Bush zu Lage der Nation. Anmerkung: Nichts Neues im Westen. Die Kriegsfalken, angeführt von Cheney, Rumsfeld und Wolfowitz, bleiben auf Kriegskurs.

2004 n. Chr.
Am 11. November stirbt Jassir Arafat (richtig: Yasser oder Yassir), an den Folgen einer mysteriösen Krankheit, in Clamart, Frankreich. Auch Jahre nach seinem Tod verstummen die Gerüchte und Interpretation um die eigentliche Todesursache nicht. Man spricht es offen aus, dass er an den Folgen einer Vergiftung (durch Israel mit palästinensischen Mittelsmännern auf höchster Ebene) gestorben sei. Er sollte Platz, für einen besseren (willigeren) Partner für Israel, auf palästinensischer Seite (z. B. Mahmud Abbas und Gefolge) machen!?!
2005 n. Chr.
Im August kam es zum einseitigen Abzug und Räumung aller illegal errichteten jüdischen Siedlungen im Gazastreifen. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Armee und radikalen Siedlern. Etwa 8000 Menschen wurden bei dieser Aktion umgesiedelt. Sharon tritt aus dem Likud zurück und gründet eine neue Partei Kadima .

2006 n. Chr.
Die Widerstandsgruppe Hamas gewinnt die Wahlen in den palästinensischen Autonomiegebieten. Die einhellige Meinung westlicher Beobachter, darunter der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, die Wahlen waren absolut offen, unverfälscht und demokratisch. Bei den israelischen Parlamentswahlen am 28. März 2006 wurde die Kadima, mit 28 von 120 Sitzen, zur stärksten Partei und Ehud Olmert zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Er gab an, Sharons Politik weiterführen zu wollen und an einer endgültigen Grenzziehung zwischen Israel und den Palästinensergebieten arbeiten zu wollen (Konvergenz-Plan). Nach anhaltenden Grenzkonflikten zwischen der Hamas und der Hisbollah mit Israel kommt es zum Libanonkrieg 2006. Die israelische Luftwaffe fliegt Angriffe auf zivile Wohngebiete und Ziele der Hisbollah im Libanon und dringt mit Bodentruppen in den Südlibanon ein. Die libanesische Armee verhält sich neutral. Die israelische Armee erleidet schwere Verluste und muss sich schließlich zurückziehen. Der Konflikt endet mit einem Waffenstillstand und der Stationierung der UN-Schutztruppe UNIFIL.

2007 n. Chr.
Im Juni kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Milizen der Hamas und der Fatah, in dessen Verlauf die Hamas die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen erlangt, während die Fatah die Kontrolle über das Westjordanland erlangt. Der Konflikt ist gleichzeitig das Ende der Regierung der Nationalen Einheit.
Am 27. November findet eine von USA initiierte Nahost-Konferenz in Annapolis statt, da US-Präsident G.W. Bush, der bis zum Ende seiner Amtszeit Ende 2008 unbedingt ein Abkommen erreichen will. Dies wird allerdings dadurch entwertet, dass die politischen Führer von Israelis (Olmert) und Palästinensern (Abbas) daheim höchst umstritten sind.

2008 n. Chr.
Nach dem der Regierungschef Ehud Olmert, durch viele Korruptionsaffären zurück treten musste, übernimmt die derzeitige Außenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Tzipi Livni am 17. September den Parteivorsitz der Kadima. Am 22. September verkündet Olmert seinen offiziellen Rücktritt und Livni bekommt vom Präsidenten Peres den Auftrag zur Regierungsbildung. Die ultra-orthodoxe Schas-Partei lehnt eine erneute Koalition mit der Kadima-Partei unter

Livni ab. Am 26. Oktober musste Livni das Scheitern der Koalitionsverhandlungen einräumen. Am 27. Oktober: Präsident Schimon Peres hat den Weg für vorgezogene Neuwahlen frei gemacht. Angesichts der vorgezogenen Neuwahlen Anfang 2009 in Israel haben zwei israelische Minister verlangt, die Verhandlungen mit Palästinensern und Syrern vorübergehend auszusetzen.
In Israel räumt man dem Chef des Likudblocks, Benjamin Netanyahu, die größten Chancen ein, die nächsten Wahlen, da er Verhandlungen mit den Palästinensern ablehnt, zu gewinnen. Das ist nichts Neues. Wieder ein neues (ewiges) „Katz- und Mausspiel” beginnt! Es ist heuchlerisch, dass die Welt sich auf ein und dasselbe Spiel, das seit über 60 Jahren sich immer wiederholt, einlässt. Die betroffenen Palästinenser stehen hier gar nicht zur Debatte! Ihre Vertreter, die von Abbas & Co. geführte PLO, sind keine Vertreter. Das Hauptziel der Zionisten, vertreten durch den JNF, ist und bleibt, „die Auslöschung der Geschichte eines Volkes, um sie durch die eines anderen Volkes zu überschreiben“. Dieses könnte mit der jetzigen (offiziellen!?!) Palästinenservertretung verwirklicht werden.

Zwei Faktoren haben die Hoffnung auf einen Frieden im Nahen Osten zunichte gemacht: Erstens, die Ideologie ethnischer Überlegenheit der Zionisten, die die Nakba, die nicht zu einem verhandelbaren Thema werden darf, leugnet und zweitens, der „Friedensprozess“ selbst, in dem der internationale Wille fehlt, der Nahost-Region Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Hierzu kommt, dass Israel immer noch die Gebiete besetzt hält und seine Grenzen ausweitet. Nach dem Völkerrecht kann kein Staat seine eigenen Grenzen einseitig festlegen.
Ein Großteil der arabisch-islamischen Welt denkt deshalb, der Staat Israel sei ein Dolch in seinem Herzen. Er wird, „als Staat“, immer ein Fremdkörper bleiben und angesehen, und er wird keinen Bestand im Nahen Osten auf Dauer haben können. Alternativ hat Israel keine andere Wahl, als letzte postkoloniale europäische Enklave, sich freiwillig in einen bürgerlichen und demokratischen Staat zu verwandeln. Israel muss sich seiner Geschichte der ethnischen Säuberung stellen. Aber die Ideologie, die es ermöglicht hat, 1948 die Hälfte der einheimischen palästinensischen Bevölkerung zu vertreiben, ist nach wie vor lebendig, und betreibt weiter eine unerbittliche, zuweilen unbemerkte ethnische Säuberung des Landes von ihren Besitzern.

Israel treibt mit seiner Ideologie und Politik, gegenüber den Palästinensern und seinen Nachbarstaaten im Nahen- und Mittleren Osten, das Risiko eines verheerenden Konflikts, mit viel Blutvergießen, auf die Spitze. Ein Frieden für allen ist nur wenn die Palästinenser in ihrer Heimat zurückkehren dürfen und gleichberechtigt, ob Juden Christen oder Moslem, leben können.

Für die Palästinenser ist es seit 1948 schwierig ihre Nationalität ohne Heimat zu leben. Die internationale Gemeinschaft erkennt den derzeitigen Status Palästinas nur bedingt an. Ein unabhängiger palästinensischer Staat ist somit das offiziell erklärte Ziel. Aber wie kann das gelingen, wenn die wichtigsten Fragen um Grenzen, israelische Siedlungen, Jerusalem und Flüchtlinge nicht geklärt sind? Die von Kriegen geprägte Geschichte Palästinas gibt einen Einblick in die scheinbar unüberwindbaren Probleme der Region. Juden, Christen und Muslime als Einwohner Palästinas und Juden aus allen Teilen der Welt erheben beiderseits Anspruch auf das „Heilige Land“. Die wichtigste historische Zäsur stellt dabei die Teilung Palästinas durch die Vereinten Nationen 1948 dar.